Haben Sie vor Äpfel zum Backen zu verwenden, leckeres Apfelmus einzukochen oder endlich mal den Apfelbaum im Garten abzuernten? In unserem Beitrag verraten wir Ihnen wann Apfelsaison ist, wie Sie die Früchte richtig lagern und welche zwölf Sorten zum Backen am besten geeignet sind. Lesen Sie hier mehr!

Wieso Sie Äpfel zum Backen verwenden sollten

Es ist nichts Neues, dass gern Äpfel zum Backen genutzt werden. Doch warum ist das eigentlich so? Früher stand in vielen Gärten mindestens ein Apfelbaum und dieser musste abgeerntet werden, bevor die Früchte überreif wurden oder sich Tiere daran bedienten. Meistens war die gepflückte Menge schlicht zu groß, um mit einem Mal verzehrt zu werden. Also wurde man kreativ und begann die Früchte zum Backen oder zum Einmachen zu verwenden.

Heute sind wir nicht mehr auf den eigenen Apfelbaum im Garten angewiesen und können in jedem Lebensmittelgeschäft ganzjährig frisches Obst kaufen. Dennoch möchten wir die Vorteile der Äpfel zum Backen nicht missen. Denn sie bringen viel Feuchtigkeit in jedes noch so mürbe Gebäck. Außerdem rundet die Fruchtsäure süße Teige herrlich ab. Eher feste Sorten bringen Biss in Fruchtfüllungen und Kochäpfel entfalten erst beim Erhitzen ihr volles Aroma.

Auch immer mehr Veganer greifen gern zu der knackigen Frucht. Denn das Obst bringt püriert als Apfelmus bindende Eigenschaften mit. Diese ermöglichen es, Äpfel als Ei-Ersatz in zu verwenden. Damit gelingen Pancakes und Kuchen ohne Probleme. Aber auch als Soße zu Eierkuchen oder als fruchtige Füllung in Kuchen und Gebäck sind sie einfach eine aromatische Köstlichkeit.

Wann haben Äpfel Saison?

Wann genau ein Apfel geerntet werden kann, hängt von der konkreten Sorte ab. Manche müssen zudem noch ein paar Wochen nachreifen, um ihr volles Aroma zu entfalten. Hingegen andere sollten sofort verzehrt werden. In der Regel jedoch erstreckt sich die Apfelsaison in Deutschland vom Spätsommer bis in den Herbst. Nicht ohne Grund steht in vielen Herbst-Märchen wie bei Schneewittchen ein duftender Apfelkuchen zum Abkühlen auf dem Fensterbrett.

Im Oktober sind wohl die meisten regionalen Äpfel frisch gepflückt erhältlich. Genau dann haben Sie also auch die größte Auswahl und kommen in den Genuss des aromatischsten Apfelgeschmacks.

Apfelsorten wie Berlepsch, Boskop, Braeburn, Elstar, Gala, Idared, Jonagold, Melrose, Ontario, Pinova, Rubinette und Topaz werden nach Oktober noch bis zu neun Monate problemlos gelagert und verkauft. Sorten wie Landsberger Renette oder Weißer Winterglockenapfel werden sogar erst im Januar angeboten, da sie erst dann voll aromatisch sind. Hingegen sind frühe Sommersorten wie Delbarestivale, Gravensteiner, James Grieve und der Klarapfel nicht lagerfähig und sollten bis September geerntet und verzehrt werden.

Äpfel zum Backen richtig lagern

Wenn Sie Ihren Apfelbaum geerntet haben oder gerne Äpfel auf Vorrat kaufen, können Sie die richtigen Sorten mit einer guten Lagerhaltung bis zu mehreren Monaten frisch halten. In der Natur will der Apfel sich eigentlich zersetzen, um die Kerne für einen neuen Baum freizulegen. Beim Lagern möchten wir diesen Prozess hinauszögern und den Stoffwechsel verlangsamen, damit der Apfel möglichst lange schmeckt.

Optimale Bedingungen für die Lagerung

Eingelagerte Äpfel zum Backen reifen nach und werden mit der Zeit süßer, aber oft auch mürbe. Zudem verlieren sie auch an Feuchtigkeit und Biss. Mit niedrigen Temperaturen von 1 bis 4°C sowie einer hohen Luftfeuchtigkeit von 60 – 70 % kann dem entgegengewirkt werden. In professionellen CA-Lagerhäusern (CA steht für Controlled Atmosphere, also kontrollierte Atmosphäre) wird zudem auch der Sauerstoffgehalt in der Luft reduziert.

Aber auch zuhause können Sie Äpfel zum Backen bis zu mehrere Monate lagern. Dafür sind ein dunkler Keller, eine frostsichere Garage oder ein kühler Vorratsschrank ideal. Legen Sie das Obst mit dem Stiel nach unten in Obstkisten – so genannte Apfelhorden – oder Pappschachteln. Die Früchte sollten sich dabei nicht berühren und alle zwei Wochen auf Verderb kontrolliert werden. Sie sollten aber darauf achten, dass das Obst nicht neben Birnen, Broccoli, Blumenkohl, Gurken, Bananen und Tomaten aufbewahrt wird. Diese geben nämlich das Reifungsgas Ethylen ab, was schneller zum Verderben führt.

Darf man Äpfel im Kühlschrank lagern?

Die Lagerung im Kühlschrank ist nicht zu empfehlen, da Äpfel frostempfindlich sind. Daher sollten Apfelbäume auch immer vor einem möglichen Frost geerntet werden. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten Äpfel zum Backen und zum späteren Verzehr einzulagern, wenn Sie keinen Keller haben.

Alternativ können Sie frisch gepressten Apfelsaft bis zu 12 Monate einfrieren. Damit sparen Sie sich auch das Haltbarmachen von Apfelsaft durch Erhitzen, weil Bakterien im Tiefkühlfach nicht überleben. Ansonsten sind auch Apfelmus, Apfelkompott und im Backofen oder Dörrgerät getrocknete Apfelscheiben eine Möglichkeit zum Haltbarmachen von Äpfeln.

Beim Backen gehen Nährstoffe im Apfel verloren

Das englische Sprichwort “An apple a day keeps the doctor away” suggeriert, dass Äpfel ziemlich gesund seien. Tatsächlich steckt in einer unserer beliebtesten Obstsorten, dem Apfel, Vitamine und Nährstoffe, die unserer Gesundheit zuträglich sein können, zum Beispiel Vitamin C. Allerdings ist dieses auch Ascorbinsäure genannte Vitamin fünfmal so stark in Orangen und Kiwis vorhanden.

Auch bei der Lagerung gehen die Nährstoffe im Apfel zur Neige. So besitzt er selbst bei besten Lagerbedingungen schon nach einigen Wochen nur noch die Hälfte seines Vitamingehaltes. Lediglich Sorten wie Braeburn, Berlepsch, Cameo und Topaz behalten auch nach langer Lagerung noch einen Großteil davon. Ähnlich verhält es sich beim Backen: Ascorbinsäure und Antioxidantien sind hitzeempfindlich und demnach eher in rohen Äpfeln vorhanden.

Dennoch bereichern auch Äpfel zum Backen eine abwechslungsreiche Ernährung. Es lassen sich allerlei Gerichte mit dem saftig-süßen Fruchtfleisch aufpeppen, die ansonsten eher fad und trocken wären: Plinsen und Blechkuchen zum Beispiel. Zudem lieben Kinder den Geschmack des heimischen Obstes, die ansonsten womöglich andere Speisen verschmähen. Auf jeden Fall sind Äpfel lecker und machen den ausgewogenen Speiseplan bunter.

Äpfel zum Backen – diese Sorten eignen sich am besten

Auch wenn die Nährstoffe im Apfel beim Backen teils verloren gehen, lieben wir seine fruchtige Süße und sämige Konsistenz. Welchen Teig Sie am besten für einen schmackhaften Apfelkuchen verwenden, erfahren Sie in unserem Beitrag zu Kuchenteigarten. Neben der Wahl des richtigen Teiges kommt es aber auch auf die richtigen Äpfel zum Backen an. Denn unter grob geschätzt 30.000 Sorten weltweit schmeckt natürlich jeder Apfel anders und bringt andere Backeigenschaften mit:

Apfelsorte Fruchtfleisch Geschmack Saison (bei CA-Lagerung) Hinweis Rezeptidee
Boskop fest, saftig, mit der Zeit zunehmend mürbe säuerlich fruchtig September bis April volles Aroma nach einem Monat Nachreifung Apfelstrudel, gedünstete Scheiben zu Herzhaftem, Bratapfel, säuerlicher Apfelmus
Braeburn saftig, knackig fest (zerfällt kaum beim Backen) süß, mild aromatisch Oktober bis April Apfel Crumble, zum Verfeinern von Herzhaftem
Cox Orange saftig, feste Schale aromatisch, ausgewogene Säure-Süße-Mischung September bis März Apfelkuchen, Bratapfel, Apfelmus, Apfelwein
Elstar sehr saftig, bissfest, wird sämig beim Backen aromatisch würzig, süß, fein säuerlich September bis Februar Kulinarischer Allrounder süßer Apfelmus, Apfelchips, weicher Apfelkuchen, Apfel-Tarte
Gala fest, zähe Schale fruchtig süß, fein aromatisch September bis März Apfelstrudel, Pfannkuchen, zum Verfeinern von Herzhaftem
Gloster saftig mild säuerlich Oktober bis Mai Apfeltaschen
Golden Delicious fest, knackig (Fruchtfleisch zerfällt beim Backen kaum), mit der Zeit zunehmend mürbe fein säuerlich, Anis-Note, süß, aromatisch würzig September bis Juni kulinarischer Allrounder Apfel-Pie, Apfelgelee
Granny Smith knackig sauer Oktober bis April entfaltet erst im Januar volles Aroma Apfeltaschen, Apfelstrudel
Gravensteiner saftig, wachsig-weiche Schale aromatisch, stark duftend, süß August bis September kulinarischer Allrounder Apfelsauce zu Milchreis, Apfel-Streuselkuchen, Apfelstrudel
Jonagold sehr saftig, fest (Fruchtfleisch zerfällt beim Backen kaum), mit der Zeit zunehmend weich und mürbe fruchtig süß, angenehme Säure, dezente Aromen von Birne und Banane Oktober bis Juli Apfelkompott, Apfelmus, Apfelkuchen, Apfel-Charlotte
Pink Lady (bzw. Cripps Pink) knackig, bissfest, saftig süß ganzjährig (durch Import aus Südeuropa) Kreuzung aus Golden Delicious und Lady Williams Deko-Apfelrosen auf Kuchen, Rohkostsalat, Apfelkompott
Royal Gala fest, mäßig saftig geringe Säure, sehr süß September bis April Apfelstrudel, Rohkostsalat, Bratapfel, Apfelkompott

Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei, Äpfel zum Backen süßen Kreationen oder zum Verfeinern herzhafter Speisen zu verwenden. Denn die heimische Frucht sollte ruhig viel öfter den Weg auf unseren Teller finden.

Quellen
www.lecker.de/apfelkuchen-backen-die-besten-gelingtipps-50477.html
www.plantopedia.de/wie-viele-apfelsorten-gibt-es
www.quarks.de,…/so-viel-vitamin-c-verlieren-aepfel-durch-lagerung
www.emsa.com/blog/aepfel-lagern-so-haelt-sich-der-gesunde-snack-besonders-lange/
www.krautundrueben.de/aepfel-lagern-so-gehts-richtig
www.einfachbacken.de/apfel