Ein lecker-knuspriger Zimtstern, die Torte mit Vanillecreme und frische Schokoladen-Minz-Muffins. Läuft Ihnen auch das Wasser im Mund zusammen? Dann liegt das wahrscheinlich an dem herrlichen Backaroma, welches die verschiedenen Rezepte verwenden. Denn dieses zaubert den ganz typischen Geschmack vieler Gebäcke und wertet sie im Handumdrehen auf. Wir wollen Ihnen hier einen kleinen Ratgeber rund um das Thema Backaroma und -gewürz mit an die Hand geben.

Gewürz, Kräuter und Aroma: alles das gleiche?

Sowohl Gewürze, als auch Kräuter und Aromastoffe werden regelmäßig zum Backen süßer und herzhafter Speisen verwendet. Sie liefern das gewisse Etwas und verfeinern ein jedes Rezept. Doch bevor wir Ihnen herkömmliche sowie exotische Varianten vorstellen, wollen wir erst einmal die Unterschiede näher beleuchten. Denn auch wenn die Begriffe im Alltag häufig synonym verwendet werden, beschreiben sie eigentlich sehr verschiedene Dinge.

In einem Regal stehen Glasdöschen mit verschiedenen Gewürzen und Kräutern

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Was ist Backaroma?

Ganz grundsätzlich beschreibt das Aroma den Geschmack einer Speise – das bedeutet, dass dieser Oberbegriff auch für Kräuter und Gewürze verwendet werden könnte. Geht es jedoch spezifischer um das Backaroma, so sind damit zumeist Essenzen gemeint, mit denen der Teig versetzt wird. Dadurch erhält der Kuchen dann seine ganz besondere Note.

Häufig werden diese Aromen aus Gewürzen oder Kräutern gefertigt – so wird zum Beispiel das Mark der Vanilleschote verwendet, um natürliches Vanillearoma zu gewinnen. Allerdings wird es so verflüssigt, dass man hier in der Regel nicht mehr von einem Gewürz spricht. Zudem werden Aromen heutzutage oft synthetisch hergestellt.

Was versteht man unter Kräutern?

Nach deutschem Lebensmittelgesetz sind Kräuter all jene Aromata, welche direkt aus Pflanzen gewonnen werden. Das heißt, man verwendet die Kräuter selbst um eine Speise zu würzen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Pflanzen zunächst getrocknet wurden oder frisch beigemengt werden.

Die aromatischen Teile, die dabei verwendet werden, begrenzen sich in der Regel auf die Blätter und Stängel einer Pflanze sowie deren Blüten und Sprossen. So nutzt man bei Basilikum beispielsweise meist nur die Blätter, bei Dill oder Schnittlauch auch die ganzen Stängel.

Und wie unterscheiden sich Gewürze?

Viele leben in dem Irrglauben, dass Gewürze entsprechend alle nicht-pflanzlichen Aromen (wie z.B. Salz) umfassen müssen. Das Gegenteil ist aber eigentlich der Fall. Gewürze werden immer aus Pflanzenteilen gewonnen – und zwar jenen, die für das Aroma zuständig sind. Dabei ist es hier üblich, dass die Rinden, Blüten, Beeren, Knospen, Samen, Früchte oder auch Knollen zunächst getrocknet und dann häufig pulverisiert werden. In diesem Gedankengang wird klar, dass Kräuter im Endeffekt eine Unterart der Gewürze sind.

Streng genommen, bedeutet das auch, dass Salz kein Gewürz ist. Dieses wird nämlich nicht aus einem Kraut gewonnen, sondern kommt in der Natur als Kristall vor. Entsprechend gehört es ausschließlich der Kategorie der Aromen an.

Das Backgewürz: zwischen herzhaft-scharf und lieblich-süß

Vor allem zu Weihnachten würzen wir unsere Backwaren gern mit den unterschiedlichsten Gewürzen wie Zimt, Anis oder auch Nelken. Und auch das restliche Jahr über gehören diese und viele weitere Aromen zu den absoluten Klassikern. Sie verfeinern einfach jedes Rezept und untermalen den natürlichen Geschmack der unterschiedlichsten Speisen. Die folgenden sind die beliebtesten Varianten:

Gewürz Geschmack Verwendung
Chili scharf sowohl in herzhaften Speisen wie Pizza, als auch in schokoladigen Kuchen
Gewürz-Kokos nussig-süß Kokosmakronen
Kardamom süßlich-scharf, würzig Brötchen, indische (herzhafte & süße) Backwaren, Stollen, Spekulatius
Muskat leicht zimtig, würzig, leicht bitter Butterstreusel, Sandkuchen, in Kombination mit Zimt, Nüssen & Schokolade
Nelken leicht scharf, würzig-süß, leicht bitter Kuchen (z.B. Linzer Torte)
Piment / Nelkenpfeffer pfeffrig, nelkig als Weihnachtsgewürz (z.B. in Lebkuchen, Printen), Apfelkuchen
Sternanis leichte Lakritz-Note, süßlich, herb Plätzchen, Pfefferkuchen, eines der beliebtesten Weihnachtsgewürze zum Backen
Vanilleschoten warm, weich, blumig, süß Kuchen, Kekse & weitere süße Backwaren
Zimt warm, holzig, scharf, aromatisch Plätzchen, Gebäcke wie Zimtschnecken, Schokoladenkuchen

 

Backen mit Kräutern – erstaunlich vielseitig

Ganz typischerweise werden Kräuter eher für herzhafte Speisen eingesetzt. Beim Backen bedeutet das zum Beispiel verschiedene Kräuterbrote, Quiches und Pizzen. Aber einige der vorhandenen Aromen können ebenso süße Backwaren komplementieren. Gerade Thymian wird immer beliebter, wenn es um sommerliche Backwaren geht. Wir wollen hier einmal verschiedene Kräuter vorstellen, die Ihren Leckereien einen einmaligen Geschmack verleihen werden:

Kraut Geschmack Verwendung
Bärlauch kräftig, würzig, vergleichbar mit Knoblauch Bärlauch-Feta-Füllung für Blätterteige oder Quiche
Basilikum süßlich, pfeffrig, herb Pizza
Lavendel herb-bitter Kuchen, Kekse
Majoran würzig-süß Ofenkartoffeln, mediterranes Brot
Minze kräftig, kühl für Kuchenfüllungen, zum Garnieren von Cupcakes und Co.
Oregano herb Pizza, Kräuterbrot
Petersilie intensiv, leicht scharf Brot
Rosmarin würzig, herb-bitter Pizza, Focaccia
Schnittlauch lauchartig, zwiebelartig als Zwiebelersatz im Brot / auf Pizza oder Flammkuchen
Thymian würzig bis süßlich Kräuterbrot, arabische Backwaren wie Manakish, Thymian-Kartoffeln

 

Ein himmlischer Genuss: Das perfekte Backaroma

Im Gegensatz zu den Gewürzen und Kräutern wird beim Backaroma der eigentliche Aromastoff zunächst weiterverarbeitet. Dazu werden die Aromen in Öl gelöst und von diesem angenommen – daher werden sie auch oft als Backöle oder -essenzen bezeichnet. So entsteht ein besonders intensiver Geschmack. Typischerweise werden beim Backen die folgenden Varianten verwendet:

Backaroma Geschmack Verwendung
Arrak rumartig, würzig Kuchen, Pfefferkuchen, Pralinen
Bittermandel marzipanig, bitter Kuchen & Kekse mit Mandeln/Marzipan
Butter mild, sahnig Kuchen, Kekse
Orange zitrisch Stollen, Fruchtkuchen
Rum herb, süßlich Pralinen, Gewürzkuchen
Vanille warm, weich, blumig, süß Frosting, Kuchen, Kekse
Zitrone zitrisch Kuchen, Pfannkuchen/Berliner, Spritzgebäck

 

Übrigens: Während viele Backaromen sehr wohl aus natürlichen Komponenten gewonnen werden können, werden sie sehr oft synthetisch produziert. Wollen Sie darauf verzichten, sollten Sie sich die enthaltenen Inhaltsstoffe genau ansehen.

Backaroma selber machen in der heimischen Küche

Wenn Sie am liebsten ganz genau wissen wollen, was Sie in Ihrem Kuchen verarbeiten, dann können Sie das passende Backaroma auch selbst machen. Was zunächst vielleicht kompliziert klingt, ist es oft gar nicht. Und so können Sie auch ganz sicher sein, dass nur natürliche Zutaten verwendet wurden.

Vanille-Backaroma

Für etwa 200 ml Backaroma mit Vanillegeschmack brauchen Sie:

  • 3 Vanilleschoten
  • 200 ml Wodka

Halbieren Sie zunächst die Vanilleschoten in der Länge. Kratzen Sie das Mark aus – das können Sie gern weiterverwenden für andere Speisen. Geben Sie die Schoten dann in ein Glas und bedecken Sie sie vollständig mit dem Wodka. Lassen Sie diesen Sud über mindestens 4 Wochen an einem lichtarmen Ort ziehen. Danach können Sie die Mischung sieben und in ein sauberes Glas füllen – et voila: Ihr persönliches Vanillearoma.

Orangen-Backaroma

Gerade um die Weihnachtszeit, aber auch im restlichen Jahr backen wir gern mit Orangen. Dieses Aroma können Sie ebenfalls ganz leicht selbst zaubern. Für 200 ml brauchen Sie:

  • 2 Bio-Orange
  • 200 ml Wodka

Schälen Sie zu Beginn die beiden Orangen und geben Sie dann deren Schale in ein Glas. Bedecken Sie die Schalen mit genügend Wodka und lassen Sie die Mischung für 4 Wochen arbeiten. Suchen Sie dafür einen dunklen Ort aus. Danach können Sie die Flüssigkeit in ein sauberes Glas filtern und zum Backen verwenden.

Übrigens: Dieses Rezept funktioniert ebenso mit der Schale von 2 Zitronen oder Limetten, falls Sie Ihr eigenes Zitronen- bzw. Limettenaroma zaubern wollen.

Wie viel Backaroma braucht es wirklich?

Meist machen die Rezepte selbst Angaben dazu, wie viel Backaroma Sie verwenden sollten. Doch es kann ja auch sein, dass Sie kreativ werden und eine Leckerei einfach so noch verfeinern wollen. Dann empfehlen wir Ihnen möglichst nicht mehr als 2 Teelöffel je 500 g Mehl bzw. 500 ml Flüssigkeit zu benutzen. Tasten Sie sich am besten vorsichtig ran und kosten Sie den Teig zwischendurch.

So zaubern Sie leckere Backwaren

Egal, ob Sie zu Backaroma, Gewürzen oder Kräutern greifen, sie alle werden Ihnen helfen, Ihre Leckereien zu verzaubern und zu verfeinern. Achten Sie dabei aber bitte unbedingt immer auf die Menge, die Sie verwenden – weniger ist hier oft mehr. Denn schnell können die Aromata sonst Überhand gewinnen und die Backware völlig verderben.

Quellen
www.meincupcake.de/backen-mit-kraeuter-und-gewuerzen-eine-uebersicht/
www.ndr.de/…/Weihnachtsgewuerze-Backen,gewuerze170.html
www.kochwiki.org/wiki/Zutat:Backaroma
www.educalingo.com/de/dic-de/backaroma
www.wikipedia.org/wiki/Backaroma
www.lecker.de/backaroma-selber-machen-so-gehts-72849.html
www.gut-gekocht.kochenundkueche.com/backaromen-richtig-dosieren/
www.natuerlichlecker.net/haltbarmachen/backaromen-selber-machen