Kennen Sie das auch: Sie haben noch einige Früchte – Äpfel, Erdbeeren oder gar Kiwis – übrig, die kurz vor dem schlecht werden sind? Dann wäre es doch super, diese alle noch schnell zu verbrauchen und einen leckeren Kuchen daraus zu zaubern. Für solche spontanen Aktionen braucht es natürlich die passenden Backzutaten. Wir verraten Ihnen darum hier, was Sie immer im Haus haben sollten!

Backe, backe Kuchen – was gehört in die heimische Backstube?

Natürlich ist die Antwort auf diese Frage immer ein wenig von den eigenen Bedürfnissen und Vorhaben abhängig. Denn wollen Sie zum Beispiel regelmäßig Brot backen, unterscheiden sich die Zutaten ein wenig davon, als wenn Sie einen Kuchen zaubern wollen. Dennoch gibt es einige Sachen, die in keiner Küche fehlen sollten. Wir haben Ihnen darum einmal eine Backzutaten-Liste mit den wichtigsten Produkten zusammengestellt:

  • Mehl
  • Backpulver
  • Eier
  • Zucker
  • Butter, Margarine oder Pflanzenöl
  • Milch

Wenn es Ihnen spezifisch ums Kuchen Backen geht, dann dürfen auch Tortenguss, verschiedene Gewürze wie Zimt und Vanille, Nüsse und Mandeln sowie Schokolade und Marzipan gern auf Vorrat gekauft werden. Diese verleihen vielen Backwaren einen ganz besonderen Geschmack und lassen sich aber auch gut einlagern.

Backzutaten, die man immer braucht

Beginnen wir also mit den essentiellen Backzutaten, die einfach in keiner Küche fehlen dürfen. Denn auch hier gibt es kleine, aber feine Unterschiede, die Sie – auch als Hobbybäcker – kennen sollten, damit Ihre Leckereien gelingen. Wir haben darum eine kleine Übersicht zusammengetragen.

Die Grundlage für jeden Teig: Mehl

Mehl gibt es in 1001 verschiedenen Varianten – es unterscheidet sich im Getreide, aus dem es hergestellt wird, und in seinem Körnungsgrad. Die verschiedenen Sorten eignen sich dabei unterschiedlich gut für die Herstellung verschiedener Backwaren. Während es reine Geschmackssache ist, welches Getreide Sie wählen, sind andere Faktoren entscheidender für das Gelingen Ihres Backprojektes.

Der Ausmahlungsgrad

Ist Ihnen schon einmal die Bezeichnung „Type“ auf Ihren Mehlpackungen aufgefallen? Diese bezeichnet im Grunde, wie viele Mineralien nach dem Mahlen noch im Mehl enthalten sind. Genauer gibt er an, wie viele Milligramm Mineralstoffe in 100 g zu erwarten sind. Umso höher dieser Wert also ist, desto mehr Randschichten des Korns wurden hier verarbeitet. Diese spenden nämlich die wichtigen Nährstoffe.

Typischerweise finden Sie Weizenmehlsorten mit einer Type 480 bis 1600 in Deutschland und Österreich. Das Roggenmehl wird häufig in einer Type 960 geliefert. Vollkornmehl hingegen hat einen Anteil von 1800 mg Mineralstoffen. Das liegt daran, dass hier – wie der Name schon sagt – das ganze Korn verarbeitet wird.

Eigentlich spielt diese Bezeichnung für Ihr Backvorhaben eine eher geringe Rolle. Denn die Typenbezeichnung nimmt keinen direkten Einfluss auf das Gelingen oder auf den Geschmack. Hier geht es wirklich vor allem um Ihre eigenen Präferenzen. Jedoch empfiehlt es sich oft zu einem höher typisierten Mehl zu greifen, um möglichst viele Mineralstoffe zu erhalten.

Der Körnungsgrad

Entscheidender hingegen ist der Körnungsgrad – also wie grob oder fein ein Mehl ist. Je nach dem sind die verschiedenen Sorten nämlich unterschiedlich gut für den Einsatz für Kuchen und Co. geeignet. Die Arten mit der Bezeichnung „Glatt“ sind besonders fein gemahlen und eigenen sich so sehr gut für Eierkuchen, Biskuit- und Mürbeteig. Auch wenn Sie einen Strudel oder einen Germteig herstellen wollen, sollten Sie zu diesem Mehl greifen, denn es lässt zum Schluss eine klumpenfreie Masse entstehen.

Für Brand, Erdäpfel- und Topfenteige hingegen können Sie ruhig zu griffigem bis doppelgriffigem Mehl greifen. Dieses ist deutlich gröber, eignet sich aber hervorragend für diese Backvorhaben. Auch wenn Sie die Arbeitsfläche bestreuen müssen (z.B. beim Plätzchen oder Pizza backen), können Sie zu diesen Sorten greifen. Sie geben den Endprodukten nämlich eine außergewöhnliche Gestaltung. Alternativ kann es auch zum Bestreuen eingesetzt werden – gerade bei Brötchen ist das ein bekannter Prozess.

Außerdem finden Sie oft noch einige Sondersorten. So gibt es zum Beispiel Mehl extra für Kuchen – dieses ist besonders fein und gibt dem Gebäck eine Extradosis Volumen. Auch Superback wird anteilig aus diesem Mehl sowie Dinkelvollkorn hergestellt. Damit gelingen alle Brote und Brötchen! Ein Universalmehl für alle möglichen Backvorhaben hingegen ist das Mehl Edelweiss. Seine Konsistenz liegt genau zwischen glatt und griffig und ist damit ideal für Hobbybäcker.

Schön fluffig: Backpulver und andere Triebmittel

Damit der Kuchen- oder Brotteig auch wirklich gelingt braucht es eine unverzichtbare Backzutat: Das Triebmittel. Hier können ganz verschiedene Varianten zum Einsatz kommen, die bekannteste ist jedoch wahrscheinlich das Backpulver. Alternativ eignen sich auch Trocken- und Frischehefe, Natron oder auch Hirschhornsalz für verschiedene Rezepte.

Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es sinnvoll sowohl Backpulver, als auch Trockenhefe in der eigenen Küche einzulagern. Das diese oft einzeln abgepackt sind, halten sie sich auch länger als z.B. die frischen Hefewürfel. Zudem werden sie am häufigsten in verschiedenen Rezepten verwendet. Jedoch können die beiden nicht untereinander ausgetauscht werden. Das würde den Geschmack und auch die Konsistenz des Teiges verändern.

Übrigens: Wenn Sie mal kein Backtriebmittel zur Hand haben, aber dennoch eine Leckerei zaubern wollen, müssen Sie nicht verzweifeln. Es gibt einige wenige Teige, denen das Gluten aus dem Mehl zum Aufgehen reicht. Dazu gehört unter anderem der Mürbe- und der Plätzchenteig.

Für den festen Zusammenhalt: Eier

Nicht in jedem Rezept kommen Eier vor, dennoch sind sie auf jeden Fall oft eine wichtige Backzutat. Sie sorgen nämlich in vielen Teigen dafür, dass die Masse gut gebunden wird. Zudem unterstützen sie sowohl das Gluten im Mehl, als auch das Backtriebmittel beim Aufgehen des Teiges. Eine Besonderheit stellt dabei das zuvor aufgeschlagene Ei dar: Der Eischnee sorgt nämlich dafür, dass ein Teig noch lockerer wird. Für das Backen von Pancakes und Biskuitteig ist er unverzichtbar.

Für Veganer hingegen stellt diese Zutat oft eine Herausforderung dar. Jedoch müssen Sie keine Angst haben, denn Eier Ersetzen ist nicht so schwer. So können Sie zum Beispiel stattdessen Bananen, Apfelmus oder püriertes Seidentofu als Bindemittel einsetzen. Auch Chia- und Leinsamen sowie Sojajoghurt können das Tierprodukt in vielen Hinsichten gut vertreten.

Kompliziert wird es dann, wenn es um den Eischnee geht. Hier können Sie auf Aquafaba, den falschen Eischnee, setzen. Dafür schlagen Sie einfach Kicherebsenwasser, Backpulver, ein Bindemittel nach Wahl (z.B. Sahnesteif) und Zitronensaft zusammen auf. Die Konsistenz gleicht dem Original und lässt fluffige Biskuitteige entstehen. Jedoch müssen Sie den leichten Eigengeschmack mit einkalkulieren und gegebenenfalls mit Zucker ausgleichen.

Für wahre Leckermäuler: Zucker

Okay, wenn es ums Brot Backen geht, sind andere Backzutaten sicherlich wichtiger, aber dennoch spielt der Zucker eine essentielle Rolle bei vielen Rezepten. Ganz offensichtlich wird er natürlich als Süßstoff eingesetzt. Je nach eigenem Geschmack oder verschiedenen Diäten kann er hier auch durch Ahornsirup, Honig oder Rohrzucker ersetzt werden.

Manche Teige verlangen aber auch nach bestimmten Zucker. So macht Puderzucker den Teig herrlich geschmeidig und zu einer absolut glatten Masse. Zudem bringt er bindende Eigenschaften mit, die dem herkömmlichen Kristallzucker fehlen. Übrigens: haben Sie einmal keinen Staubzucker im Haus, können Sie einfach zu einem Pürierstab oder Mixer greifen, die Kristallvariante damit bearbeiten und so Ihren eigenen zaubern.

Für einen leicht karamelligen Geschmack greifen Sie zu braunem bzw. Rohrzucker. Weicher wird der Teig hingegen mit Honig. Aber Achtung! Manche Rezepte nutzen den Zucker auch, um dem Teig Volumen zu geben. In diesem Fall kann ein Austausch gegen flüssige Süßungsmittel schwierig werden. So eignen sich diese zum Beispiel nicht für einen Mürbe-, Biskuit- oder Hefeteig.

Für ein gutes Gelingen: Fett

Haben Sie schon einmal ein Backrezept gesehen, welches völlig ohne Fett auskommt? Das gibt es nur selten, denn Butter, Öl und Margarine sorgen dafür, dass die Zutaten perfekt harmonieren. Das Fett dient dabei zum einen als Geschmacksverstärker, aber auch als Stabilisierungsglied. Zudem gibt es dem Teig mehr Elastizität – so kann er später leichter geformt oder ausgerollt werden.

Mindestens Butter, Margarine oder als Alternative Kokosöl sollte in jedem Haushalt vorrätig sein. Diese haben nämlich den Vorteil, dass sie sowohl flüssig, als auch fest eingesetzt werden können. Dieser Unterschied ist für viele Rezepte essentiell, denn mit flüssigen Fetten lassen sich Teige meist viel schlechter formen und ziehen sich leichter wieder zusammen.

Zudem sollten Sie immer darauf achten, ob gesagt wird, dass die Butter zunächst aufgeschlagen werden muss. Dadurch wird nämlich Luft in das Fett eingearbeitet und der Teig als Ganzes wird zum Schluss leichter und lockerer.

Die alltägliche Zauberei: Milch

Nicht jeder Teig enthält Milch, dennoch finden wir sie essentiell. Denn eigentlich ist die Flüssigkeit ein kleines Wundermittel: Sie hilft den Teig zu stabilisieren, ihn weich und geschmeidig zu machen. Zudem eignet sie sich hervorragend, um die Hefe anzusetzen, denn gerade für einen Kuchenteig gibt das gleich ein bisschen mehr Geschmack! Das gilt auch für viele Ersatzprodukte wie Soja- oder Hafermilch.

Die einzige Ausnahme ist Buttermilch – wird diese spezifisch in einem Rezept verlangt, sollten Sie sie auch verwenden. Denn durch ihre besondere Herstellung enthält sie ein Vielfaches mehr an Milchsäurebakterien. Diese sind meist entscheidend im Prozess und garantieren, dass auch die anderen Backzutaten richtig arbeiten.

Was man sonst noch brauchen kann

Neben diesen völlig unverzichtbaren Backzutaten, gibt es noch einige, die einfach ein Nice-to-Have darstellen. Gerade wenn Sie gern Brot und Brötchen backen, dann ist es empfehlenswert, immer einige Körner bereitzuhalten, um den Teig selbst zu verfeinern und die Werke zu dekorieren. Kürbis- und Sonnenblumenkerne sowie Mohn und Sesam sind hier die üblichen Verdächtigen.

Lieben Sie eher die Süßwaren, können Sie diese häufig mit Schokolade verfeinern. Besonders leicht lässt sich Kakaopulver lagern, aber auch Kuvertüre ist verpackt relativ lange haltbar. Gerade für das spontane Plätzchen Backen ist es schön auch Kokosraspeln, Rosinen, Pistazien sowie Marzipan bereitzuhalten.

Für ein intensiveres Geschmackserlebnis braucht es dann noch die richtigen Gewürze. Wir empfehlen dabei neben Zimt und Vanille (übrigens besser als ganze Schote oder als Extrakt für einen intensiveren Geschmack) auch Muskat, Anis und Gewürznelken. Auch Rum(aroma) kann eine edle Note verleihen.

Die richtige Küchenaufbewahrung für Backzutaten

Jetzt bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wie die Backzutaten aufbewahren? Das kommt immer ein wenig darauf an, um was es sich handelt. Alle pulverartigen Zutaten packen Sie am besten in luftdichte, wiederverschließbare Aufbewahrungsboxen. So bleibt Ungeziefer fern. Butter, Milch und Co. hingegen gehört natürlich in den Kühlschrank.

Eier können sowohl warm, als auch kalt gelagert werden – nur in ihrer Haltbarkeit macht das einen Unterschied. Während sie im Kühlschrank in der Regel 28 Tage haltbar sind, verringert sich diese Zeit außerhalb auf 18 Tage.

Alles, was in Tüten abgepackt ist (z.B. Rosinen oder Körner), können Sie auch weiterhin darin aufbewahren. Achten Sie nur darauf, dass diese auch wieder ordentlich verschlossen sind, damit sich hier keine unwillkommenen Gäste einnisten. Dafür eignen sich die bekannten Verschlussclips. Ist der Originalbeutel einmal kaputt gegangen, können Sie den Inhalt auch einfach in einen Gefrierbeutel umfüllen. So bleibt alles frisch für Ihre spontanen Backeinfälle! Wir wünschen frohes Gelingen.

Quellen
www.ichkoche.at/backschule-backzutaten-artikel-2769
www.meincupcake.de/vegetarisch-backen-ohne-ei-was-muss-ich-beachten/
www.meincupcake.de/wie-kuchen-backen-welche-zutat-welchen-zweck-erfuellt-erfahrt-ihr-hier/
www.makeitsweet.de/tipps-backen/
www.backenmachtgluecklich.de/wissenswertes/tauschboerse-zutaten-beim-backen-ersetzen