Im heißen Sommer hat wohl kaum jemand wirklich Lust auf einen schwere Schokoladenkuchen oder eine fetthaltige Cremetorte, oder? Doch das heißt noch lange nicht, dass wir die Gebäcke selbst völlig missen wollen. Im Gegenteil: Immer neue, clevere Kreationen tauchen auf. Zu den himmlischen Klassikern gehören aber auf jeden Fall der Eiskuchen, die Eisbombe und die Eistorte. Was der Unterschied zwischen den dreien ist und wie Sie selbst eine solch erfrischende Süßspeise zaubern, verraten wir Ihnen jetzt!

Kühler Genuss in drei Formen

Es ist die perfekte Mischung aus einem saftig-lockeren Teig, einer dicken Eisschicht und oft auch lecker-fruchtigem Obst, die den Eiskuchen auszeichnet. Doch gilt das auch für die Eistorte? Und was ist eigentlich der Unterschied zur Eisbombe? Wir haben uns für Sie schlau gemacht!

Der Eiskuchen – schnell & einfach

Ein Eiskuchen besteht in der Regel aus einem Boden – oft aus Biskuit oder auch luftigem Baiser –, auf welchem im Anschluss eine Schicht Eiscreme gestrichen wird. Entscheidend dabei ist, um diese Form von der Eistorte zu differenzieren, dass die Kreationen relativ flach bleiben und in der Regel kein zweiter Boden verwendet wird.

Die erfrischende Sommerspeise kann natürlich mit Obst und Schokoladensplittern verfeinert werden und auch als Kastenkuchen serviert werden. Die Umsetzung liegt dann einzig und allein bei Ihnen und Ihren Vorstellungen. Wie das beispielsweise aussehen kann, dazu geben wir Ihnen gleich noch Tipps und Ideen.

Die Eistorte – geschichteter Genuss

Per Definition besteht eine Torte – welcher Art auch immer – aus mehreren Schichten. Dabei muss dazwischen nicht zwingend ein Boden liegen, wobei das oft der Fall ist. Es können auch verschiedene Cremes pur aufeinander geschichtet werden. Schon allein durch diese Zusammenstellung ist die Eistorte in der Regel deutlich höher als der Kuchen.

Sie kann zudem mit und ohne Boden daherkommen und wird wie eine reguläre Torte auch konstruiert. Das bedeutet, dass sie meist zylinderförmig daherkommt und die Decke oft kleine Sahnehäubchen, bunte Bildern oder auch Kerzen und Figuren zieren. Gefüllt wird sie oft mit dem leicht gefrorenen, weichen Parfait, Früchten oder auch einem Schokoladenkern.

Die Eisbombe – immer eine Überraschung

Eigentlich könnte man die Eisbombe als eine Sonderform des Eiskuchen bezeichnen. Im Gegensatz dazu ist sie aber wie eine Halbkugel geformt und hat klassischerweise eine Füllung aus beispielsweise Fruchtpüree, Likör, Schokolade oder Schlagsahne. Umhüllt wird das Ganze von Speiseeis und thematischen Dekorationen. Inzwischen gibt es auch einige industriell gefertigte Varianten auf dem Markt, die ausschließlich aus verschiedenen Eissorten bestehen.

Besonders bekannt ist übrigens die Cassata, eine sizilianische Spezialität. Während das Originalrezept bei der Herstellung mit Ricotta arbeitet, wurde es schon vor langer Zeit zu einer Eisbombe adaptiert. Sie wird aus Vanille- und Schokoladeneis hergestellt und mit Parfait und kandierten Früchten vollendet.

So gelingt der Eiskuchen

Ob Sie nun eine Eisbombe, -torte oder -kuchen herstellen wollen, es gibt einige Grundschritte die sich gleichen. Wir wollen Ihnen an dieser Stelle eine Art Grundrezept mitgeben, dass Sie ganz nach Belieben kombinieren können. Dazu entscheiden Sie sich einfach für einen Boden, eine Füllung, eine Eissorte und ein Topping – et voila, Ihr ganz individueller Eiskuchen ist gezaubert. Lassen Sie sich inspirieren!

Welcher Boden für Eistorte?

Der Boden ist beim Eiskuchen ein maßgeblicher Geschmacksgeber. Doch da die Torten meist im Sommer genascht werden, sollte er nicht nur lecker aromatisch und zur Eissorte passend gewählt werden, sondern auch schön leicht sein. Wir wollen Ihnen an dieser Stelle drei Böden vorstellen, die sich hervorragend eignen.

Der Klassiker: Biskuit und Eis

Der Biskuitboden wird oft für Obstkuchen verwendet, was kein Wunder ist. Denn hierbei handelt es sich um einen besonders leichten Boden, der auch im Sommer nicht zu sehr stopft. Zudem lässt er sich auch noch ganz einfach zu Hause backen. Und das brauchen Sie:

  • 4 Eier
  • 4 EL Wasser
  • 200 g Mehl
  • ½ TL Backpulver
  • 250 g Zucker

Heizen Sie nun zu Beginn den Ofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vor. Schlagen Sie in einer Schüssel das Eiweiß mit etwa 50 g Zucker steif. Vermengen Sie in einer separaten Schüssel das Eigelb, den restlichen Zucker und das Wasser miteinander. Geben Sie dann auch das Mehl vorsichtig hier hinzu und verrühren alles zu einer glatten Masse. Nun heben Sie vorsichtig den Eischaum unter und füllen den Teig in eine Springform. Backen Sie den Boden für 30 Minuten aus. Bevor Sie die Eiscreme auftragen, lassen Sie ihn vollständig auskühlen.

Tipp! Wenn Ihnen der Boden zu dick ist, dann können Sie ihn auch mit einem scharfen Messer einmal flächig teilen. Den zweiten Boden können Sie entweder zum Teilen verschiedener Schichten verwenden oder auch für einen zweiten Eiskuchen aufheben. Er lässt sich übrigens auch hervorragend einfrieren und so haltbar machen.

Leichter Baiserboden

Noch leichter – sowohl in der Zubereitung, als auch im Gehalt – als der Biskuitboden ist wohl nur die Variante mit Baiser. Sie haben richtig gehört: Auch aus dem Eischaum lässt sich ein herrlicher Boden für Ihre Eistorte zaubern. Dazu brauchen Sie:

  • 2 Eier
  • 100 g Zucker
  • 1 Prise Salz

Trennen Sie einfach das Eiweiß vom Gelb und geben Sie ersteres zusammen mit dem Zucker und dem Salz in eine Schüssel. Schlagen Sie es für einige Minuten schön schaumig. Nun können Sie die Masse in eine Springform geben, glattstreichen und bei etwa 100°C (Umluft) für etwa 3 Stunden langsam austrocknen lassen.

Für einen ganz besonderen Genuss können Sie auch verschiedene Früchte zum Verfeinern nutzen. So können Sie beispielsweise Trockenobst fein mahlen oder auch die Schale von Zitrusfrüchten abreiben. Die kleinen Stücke heben Sie dann einfach vor dem Trocknen unter die Eimasse. Et voila: So leicht lässt sich der Boden individuell verfeinern.

Eiskuchen mit Nussboden

Suchen Sie nach einer besonders originellen Kreation? Dann kombinieren Sie Ihr Lieblingseis doch einmal mit einem knackigen Nussboden. Dieser eignet sich auch hervorragend für vegane Ernährungsweisen, weil das Rezept schon in der Grundform völlig auf tierische Produkte verzichtet. Konkret brauchen Sie:

  • 120 g gemahlene Mandeln oder Walnüsse
  • 120 g Haferflocken
  • 120 g ganze Mandeln oder Walnüsse
  • 2 EL Kokosöl

Die Herstellung ist dann ganz einfach: Geben Sie einfach alle Zutaten in einen Mixer und verrühren Sie sie miteinander. Wenn Sie keinen Mixer haben, können Sie natürlich auch eine Schüssel und ein Handrührgerät oder einen Schneebesen verwenden. Davor sollten Sie die ganzen Nüsse nur entsprechend etwas zerhacken. Geben Sie den Teig dann in eine Springform und drücken Sie ihn schön fest. Backen Sie das Ganze für 10 bis 15 Minuten bei 160°C (Umluft).

Die richtige Eiscreme

Haben Sie einen leckeren Boden gezaubert oder sich für eine Torte ohne solchen entschieden? Dann geht es nun an die Wahl der Eiscreme. Hier können Sie prinzipiell jedes Speiseeis nehmen, welches Ihnen im Supermarkt begegnet. Lassen Sie es einfach etwas antauen, damit Sie es gut in die gewählte Kuchenform einfüllen und verstreichen können. Tipp! Wollen Sie verschiedene Sorten schichten, frieren Sie nach jeder Variante das Ergebnis kurz ein (bis es leicht fest ist), damit sie sich nicht vermischen.

Alternativ können Sie natürlich auch Ihre eigene Eiscreme herstellen. Dazu pürieren Sie einfach um die 500 g Ihrer Lieblingsfrüchte, geben etwa 100 g Zucker und ca 100 ml Milch hinzu. Mischen Sie das Ganze dann ausgiebig zusammen, bis eine glatte Masse entsteht und schon haben Sie Ihr ganz eigenes Früchteeis. Auch hier gilt: Am besten lassen Sie es kurz (etwa 1 h) anfrieren, bevor Sie es auf den Boden geben.

Auch eine Variante: FroYo verwenden. Schon lange ist Frozen Yoghurt ein Trend. Er ist schön sämig, soll weniger Kalorien haben als herkömmliche Eiscreme und lässt sich ganz leicht individualisieren. Schlagen Sie einfach 250 ml Sahne steif, geben 500 g griechischen Joghurt und je nach Geschmack einige Esslöffel Honig oder Zuckerrübensirup hinzu. Vermischen Sie alles gut und geben Sie es auf Ihren gewählten Boden. Unsere Empfehlung: Verfeinern Sie das Ganze noch mit Früchten oder Schokosplittern.

Für den individuellen Touch

Wir haben es immer wieder angedeutet, aber es gibt unzählige Varianten, um dem eigenen Eiskuchen das gewisse Etwas zu verleihen. So können Sie mit verschieden Früchten, Aromaträgern und Kuvertüren arbeiten. Wir haben hier abschließend für Sie einige Ideen zusammengetragen.

  • Obst wie z.B. Blaubeeren, Himbeeren, Erdbeeren
  • Nüsse wie z.B. Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse
  • Schokoladensplitter, Schokolinsen, Schokospäne
  • Krokant
  • Teigbrösel, Kekse
  • Marmelade

Tipp! Anstatt die einzelnen Zutaten einfach nur in den „Teig“ zu geben, können Sie auch einen gefüllten Kern zaubern oder sie als Topping verwenden. So entsteht ein Eiskuchen, der immer eine Überraschung bereithält.

Der Eiskuchen: Ein sommerlicher Genuss

Haben Sie sich für Ihre ganz individuelle Kombination entschieden? Dann wünschen wir Ihnen natürlich viel Spaß beim Backen und Einfrieren. Ganz zum Schluss wollen wir Ihnen noch einige letzte Tipps mit auf den Weg geben. Dann steht dem sommerlichen genießen nichts mehr im Weg:

  1. Frieren Sie die Eistorte mindestens 1 Tag vor dem Essen ein.
  2. Nach dem Einfrieren ist sie mehrere Wochen im Eisfach haltbar
  3. Etwa 1 Stunde vor dem Servieren rausnehmen, damit sie sich gut schneiden lässt.

Quellen
www.utopia.de/…/eis-selber-machen-ohne-eismaschine-5-sommerliche-rezepte/
www.meinwunderbareschaos.de/cool-bleiben-es-gibt-eistorte/
www.wikipedia.org/wiki/Eisbombe
www.wikipedia.org/wiki/Cassata
www.wikipedia.org/wiki/Eistorte
www.praxistipps.focus.de/was-ist-der-unterschied-zwischen-kuchen-und-torte-einfach-erklaert_97590
www.fraubpunkt.de/recipe/baiser-als-tortenboden/
www.thebalancedkitchen.co.uk/vegan-chocolate-tofu-tart-with-an-almond-nut-base/