Für viele gehören sie einfach zu Weihnachten dazu: Spekulatiuskekse. Mit ihrem ganz besonderen Aroma und den unverwechselbaren Mustern sind sie bei Groß und Klein während der Adventszeit beliebt. Wenn Sie schon immer mal wissen wollten, woher diese Leckereien eigentlich stammen und wie Sie selbst welche backen können, dann lesen Sie jetzt weiter!

Die Entstehungsgeschichte der Spekulatiuskekse

Spekulatiuskekse fallen allein schon wegen ihres besonderen Namens auf. Hier ist jedoch nicht zur Gänze geklärt, woher dieser kommt. Eine Herleitung stammt aus dem Niederdeutschen. Das ostfriesische „Spikelātsje“ bzw. „Spekelātsje“ entlehnte sich demnach dem niederländischen Wort „speculatie“, was ein geformtes Zuckerwerk meint. Auch eine Ableitung aus dem Lateinischen ist möglich – „speculum“ bedeutet so viel wie Spiegel oder Abbild. Andere behaupten jedoch, dass es vom lateinischen Begriff „speculator“ abstammt, der mit Hüter oder auch Bischof übersetzt wird. Letztere Annahme bringt uns zur Entstehungsgeschichte des Gebäcks.

Denn bereits im 10. Jahrhundert wurde für den Heiligen St. Nikolaus ein Kleingebäck produziert. Es handelt sich hier um die ursprüngliche Form des Spekulatius. Denn schon damals verfeinerten die Menschen den Mürbeteig mit edlen Gewürzen. Dazu gehören zum Beispiel Zimt, Kardamom und Gewürznelke, weshalb das Gebäck noch bis nach dem 2. Weltkrieg durchaus teuer war.

Dabei erinnern die Motive, die diesen Keks so besonders machen, bis heute an die Geschichte des Heiligen. Diese Formen, Modeln genannt, wurden in hochwertiges Holz von Obstbäumen geschnitzt. Später folgten noch andere Bilder, wie zum Beispiel Windmühlen oder Schiffe. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Nikolaus von Myra auch der Schutzpatron der Schifffahrt war. Die Mühlen wurden wohl von den Niederländern mit eingebracht.

Was macht die Kekse aus?

Wir haben es schon erwähnt. Gerade der hohe Gewürzanteil ist neben der Form eines der Erkennungsmerkmale, wenn es um Spekulatiuskekse geht. Wussten Sie jedoch, dass es je nach Gusto unterschiedliche Versionen gibt? Da sind zum Beispiel die niederländischen und belgischen Varianten, die mit ihrem Karamellaroma überzeugen. Neben diesen zieren Butter- oder Mandelspekulatius unsere Regale, wobei der Name Hinweise auf den Geschmack ist und letztere noch mit Splittern der Nüsse beschichtet sind. Im Folgenden möchten wir Ihnen jedoch zunächst den Gewürzspekulatius näher vorstellen.

Das Grundrezept – der Gewürzspekulatius

Der Name verrät bereits, dass bei diesem Gebäck Gewürze eine große Rolle spielen. Es wird aus Mürbeteig hergestellt, den wir schon detailliert in unserem Beitrag über Teigarten beleuchtet haben. Wir stellen Ihnen nun eine einfache Möglichkeit vor, wie Sie diese Spekulatiuskekse zu Hause nachbacken können.

Ein Stapel aus Spekulatiuskeksen umgeben von Äpfeln, Orangen und Tannenzweigen

Foto: © kakuko, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Sie brauchen:

  • 115 g ungesalzene Butter (Zimmertemperatur)
  • 100 g brauner Zucker
  • 100 g weißer Zucker
  • 1 großes Ei (Zimmertemperatur)
  • 200 g Mehl
  • 44 g fein gemahlenes Mandelmehl
  • 1/4 TL Salz
  • 1/2 TL Backpulver
  • Spekulatiusgewürz oder:
    • 1 1/2 TL gemahlener Zimt
    • 1 TL gemahlener Ingwer
    • 1/4 TL gemahlene Nelken
    • 1/2 TL gemahlene Muskatnuss
    • 1/4 TL gemahlener Kardamom

So geht’s:

  1. Verrühren Sie die Butter und die zwei Zuckerarten miteinander, bis sich alles zu einer einheitlichen Masse mit heller Färbung verbindet.
  2. Geben Sie das Ei dazu und mixen Sie weiter.
  3. Vermischen Sie in einer zweiten Schüssel alle übrigen trockenen Zutaten.
  4. Setzen Sie Ihr Rührgerät oder Ihren Mixer auf eine niedrige Stufe und mischen Sie in die Butter-Zucker-Ei-Mischung langsam die trockenen Zutaten unter.
  5. Holen Sie den Teig heraus und verkneten Sie alles noch einmal mit den Händen.
  6. Legen Sie nun zwei große Bahnen Backpapier aus und geben Sie den Teig darauf.
  7. Jetzt geht es ans Ausrollen. Orientieren Sie sich dabei ungefähr an 0,5 cm.
  8. Lassen Sie alles für 20–30 Minuten im Kühlschrank ruhen. Dabei können Sie den Ofen schon einmal auf 175 °C vorheizen.
  9. Holen Sie den Teig aus dem Kühlschrank heraus und schneiden Sie Ihre Spekulatiuskekse in die gewünschte Form. Beim Legen auf das Backblech sollten Sie ein wenig Abstand lassen, da sie beim Backen noch etwas aufgehen.
  10. Jetzt kommt alles für 8–10 Minuten in den Ofen.

Lassen Sie die Kekse abschließend abkühlen und lagern Sie sie in einer Keksdose für bis zu 7 Tage oder frieren Sie Ihr Gebackenes ein, um später noch daran Freude zu haben. Das Einfrieren hat den Vorteil, dass sie das Gebackene auch noch Wochen später genießen können. Und da hier so wenig Wasser enthalten ist, können sie auch nicht weich werden. Am besten lassen Sie alles ohne Verpackung bei Zimmertemperatur auftauen. Noch besser ist es allerdings, wenn Sie den rohen Teig in den Gefrierschrank legen. So schmecken die anschließend frischen Spekulatius noch besser.

Die bekannte Form

In unserem Abschnitt über die Entstehungsgeschichte haben wir schon erwähnt, dass die Formen ein essenzieller Teil der Spekulatiuskekse sind. Schließlich hat kein anderes Gebäck dies fast schon kleine Kunstwerke als Motive. Neben diesen vereint aber auch die rechteckige und plattenartige Form. Dabei gilt: Je dünner die Kekse sind, desto hochwertiger und vor allem aufwendiger ist die Herstellung.

Die sogenannten Modeln, also die Formen, bestehen traditionell aus Holz. Hier wurden die Motive in liebevoller Handarbeit eingeschnitzt. Jedoch gibt es mittlerweile auch Optionen aus Metall oder Kunststoff. Eine Alternative für den Privatgebrauch sind kleine Stempel bzw. Ausstechformen oder spezielle Nudelhölzer, in die die Muster eingeprägt sind.

So vielseitig sind Gewürz-Spekulatiuskekse

Wenn Sie sich mit Gewürz-Spekulatiuskeksen beschäftigen, wird schnell klar, dass es hier neben den Keksen an sich noch einiges mehr gibt. Zunächst einmal können Sie sich die Arbeit sparen, die Gewürze selbst zusammenzustellen. Denn diese werden in vielen Supermärkten und Fachgeschäften bereits als Mischung angeboten. Somit können Sie auch anderen Teigen und Gebäcken den Geschmack von Spekulatius verleihen.

Eine wirkliche Besonderheit ist wohl die Streichcreme, die ein flämischer Hersteller auf den Markt brachte. Die ehemalige Bäckerei, die durch ihre Kekse bekannt wurde, hat begonnen diese Zutaten, die fast so wie niederländische bzw. belgische Spekulatius schmecken, in einen Aufstrich zu verwandeln. Somit können Sie quasi streichbare Kekse zum süßen Frühstück und auch sonst genießen.

Und sogar in Keksform lässt sich so einiges mit ihnen anstellen. So schmecken sie einerseits wunderbar beim Kaffeetrinken als kleiner Genussmoment. Sie lassen sich andererseits aber auch wunderbar als Grundlage in verschiedenen Kuchen verwenden. Damit Sie eine Ahnung davon haben, was wir meinen, haben wir Ihnen zum Abschluss noch ein leckeres Rezept mitgebracht.

Ein Käsekuchen mit Spekulatiuskeksen

Die Kombination aus den würzigen und doch süßen Spekulatiuskeksen und der cremigen Konsistenz eines Käsekuchens wird Sie bestimmt begeistern. Probieren Sie dieses Rezept aus und genießen Sie es anschließend mit Ihren Liebsten.

Sie benötigen:

Für das knusprige Topping:

  • 15 Spekulatiuskekse
  • 35 g braunen Zucker
  • 55 g geschmolzene Butter

Für den Käsekuchen:

  • 670 g Frischkäse
  • 200 g Zucker
  • 3 EL Maisstärke
  • 200 g griechischer Joghurt
  • 3 große Eier
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 170 g Spekulatiuscreme (in der Mikrowelle erwärmt)

Los geht’s:

  1. Zerbröseln Sie die Kekse zu feinen Krümeln, geben Sie den braunen Zucker und die Butter hinzu, bis eine einheitliche Masse entsteht.
  2. Verteilen Sie diese auf den Boden einer 22–24 cm Springform und drücken Sie alles mit einem Löffel fest.
  3. Backen Sie diese Schicht für 12 Minuten in einem auf 175 Grad Celsius vorgeheizten Ofen.
  4. Sobald alles abgekühlt ist, umwickeln Sie die äußere sowie untere Seite der Form mit Alufolie und legen außen zusätzlich Backpapier aus.
  5. Mischen Sie nun in einer kleinen Schüssel den Zucker und die Maisstärke.
  6. Schlagen Sie jetzt in einer größeren Schale den Frischkäse für eine Minute mit einem Mixer auf.
  7. Fügen Sie die Maisstärke-Zucker-Mischung hinzu und rühren weiter.
  8. Geben Sie anschließend den griechischen Joghurt dazu.
  9. Wenn alles glatt gerührt ist, schlagen Sie die Eier nach und nach hinein und mixen Sie weiter.
  10. Zum Schluss den Vanilleextrakt und die Spekulatiuscreme zuführen und vorsichtig unterheben.
  11. Füllen Sie diese Mischung nun in die Springform mit dem Keksboden. Knallen Sie die Form ein-zweimal auf Ihre Arbeitsfläche, damit die Luftlöcher entweichen können.
  12. Stellen Sie die Form in ein tiefes Backblech, das Sie nun noch mit kochendem Wasser bis zur Hälfte der Springform auffüllen. Passen Sie dabei auf, dass die Alufolie dicht ist und kein Wasser in den Teig gelangt.
  13. Decken Sie das Blech mit Alufolie ab und stechen Sie 4–5 Löcher hinein, sodass die Luft beim Backen entweichen kann.
  14. Backen Sie den Kuchen bei 165 °C für 40 bis 45 Minuten, bis die Mitte wie Pudding wackelt.
  15. Stellen Sie anschließend den Ofen aus, lassen Sie die Ofentür zu und warten Sie 1–3 Stunden.
  16. Ist der Kuchen komplett abgekühlt, können Sie ihn herausholen und servieren.

Zusammen mit einer heißen Tasse Kaffee oder Tee schmeckt Ihr kulinarisches Meisterwerk am besten. Probieren Sie es aus. Wir wünschen guten Appetit!

Weiterführende Links:

www.onesarcasticbaker.com/biscoff-cheesecake-recipe/
www.de.wikipedia.org/…/Spekulatius
www.weihnachtszeit.net/…/spekulatius/
www.koelner-dom-spekulatius.de/geschichte-spekulatius-kleingebaeck/
www.weihnachten.me/…/spekulatius
www.baeckerei-spiegelhauer.de/…/spekulatius-kekse/
www.ira-schneider.de/spekulatius-keks-kunstwerke-mit-geschichte/
www.noshingwiththenolands.com/speculoos-cookies-classic-recipe/