Zwischen fruchtig-frischen Obstkuchen, opulenten Torten und einfachen Klassikern wie dem Käsekuchen kann man schon schnell einmal den Überblick verlieren. Denn nicht jeder Belag harmoniert mit jedem Boden. Vielmehr eignen sich verschiedene Teigarten unterschiedlich gut für Ihre Backprojekte. Wir haben hier darum einen kleinen Ratgeber zusammengestellt, der Ihnen helfen soll, den richtigen Teig für Ihren Lieblingskuchen zu finden!

Welcher Kuchenboden ist der beste?

Die Frage nach dem perfekten Kuchenteig ist eine, um die sich auch die besten Bäcker streiten. Denn das Problem ist, dass es nicht die eine Art gibt, die zu allen Gebäcken passt. Vielmehr hängt die Wahl stark vom Belag ab. Hier soll schließlich ein harmonisches Ganzes entstehen. Damit das aber gelingt, braucht es einige Orientierungspunkte. Wir haben darum hier einleitend eine Liste zusammengestellt, die Ihnen bei der groben Entscheidung einmal helfen sollte:

  • Rührteig: schmeckt auch ohne Belag (z.B. als Marmor- oder Zitronenkuchen)
  • Mürbeteig: für Obstkuchen, Tartes, Käsekuchen, Quiches (wird außerdem oft für Kekse verwendet)
  • Biskuitboden: für die meisten Kuchen geeignet, am besten mit einer Creme (Pudding, Butter, aber auch Marmelade oder Zuckerguss), am häufigsten für Torten verwendet
  • Hefeteig: für Obstkuchen, aber auch herzhafte Gebäcke wie Pizza
  • Blätterteig: für knusprig-leichte Obstkuchen, Strudel und Quiches
  • Quark-Öl-Teig: für saftige Obstkuchen, als Pizzaboden

Nachdem Sie nun eine grobe Orientierung haben, wollen wir im Folgenden näher auf die verschiedenen Teigarten eingehen. Dabei stellen wir die grundlegenden Zutaten vor und geben Tipps zur Zubereitung. Außerdem wollen wir Ihnen natürlich ein paar Kuchenideen mit auf den Weg geben. Lesen Sie hier weiter!

Der Rührteig: Auch allein ein Genuss

Eigentlich handelt es sich beim Rührteig gar nicht um einen Kuchenboden per se. Vielmehr wird er oft als eigenständiger Kuchen ausgebacken – ganz klassisch zum Beispiel in Form eines Marmorkuchens. Er ist zudem einer der einfachsten Teige und gelingt in der Regel auch ohne viel Backerfahrung.

Für das Rührteig-Grundrezept brauchen Sie keine außergewöhnlichen Zutaten. Geben Sie einfach zu gleichen Mengen Eier, Mehl und Butter (alternativ auch Pflanzenfett) in eine Schüssel. Fügen Sie dann etwa die Hälfte an Zucker hinzu und mischen etwas Backpulver unter. Jetzt noch etwas Milch damit der Teig schön glatt wird. Alles gut vermengen – et voila: der Rührteig ist fertig. Doch während Sie ihn auch pur ausbacken können (am besten bei 180°C, abhängig von der Masse 30 bis 60 Minuten), lässt er sich auch herrlich individualisieren.

So können Sie je nach Geschmack verschiedenes Obst (z.B. Himbeeren, Blaubeeren, Rosinen, Cranberrys) mit in den Teig geben. Oder Sie verfeinern ihn mit kleinen Schokoladenstücken oder Nüssen. Diese geben wunderbare kleine Überraschungen ab und verleihen dem Kuchen Ihre persönliche Note. Alternativ können Sie den Rührteig auch mit Lebensmittelfarben einfärben oder ihm mit Kakaopulver (Achtung! Entsprechend den Mehl-Anteil reduzieren) ein schokoladiges Aroma schenken. Auch der Zucker kann für einen besonders süßen Kuchen durch Vanillezucker ersetzt werden.

1-2-3 fertig ist der Brei: Mürbeteig

Eine weiterer Teigart, die eigentlich immer gelingt, ist der Mürbeteig. Dieser besteht nämlich eigentlich nur aus drei Zutaten, die im Verhältnis 1:2:3 (Zucker: Butter: Mehl) eingesetzt werden. Aufgrund des einfachen Grundrezeptes wird dieser Kuchenboden im Fachjargon oft auch als 1-2-3-Teig bezeichnet. Es handelt sich hierbei um einen besonders knusprigen Boden, der leider auch schnell brüchig werden kann. Um das zu vermeiden, wollen wir Ihnen einige Tipps mit auf den Weg geben.

Sie können zum Beispiel anstelle von raffiniertem Zucker auch Puderzucker verwenden. Mit diesem wird die Masse besonders fein. Zudem sollten Sie zum Kneten möglichst kühle Butter verwenden – sie wärmt sich in den Händen ohnehin leicht an und sorgt für einen festeren Teig. Sollte er dennoch etwas zu klebrig werden, legen Sie ihn am besten für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank – mehr Mehl ist eher kontraproduktiv und bringt den Boden später zum Brechen.

Beim Mürbeteig handelt es sich um einen besonders flachen Kuchenboden. Das sollten Sie beim Ausbacken unbedingt bedenken, denn das bedeutet nämlich auch, dass er schnell dunkel wird und verbrennt. Prüfen Sie also regelmäßig, dass das nicht der Fall ist. Backen Sie ihn übrigens mit einem feuchten Belag (z.B. Obst oder einer Creme) aus, passiert das nicht so schnell. So ist es auch bei den meisten herzhafte Varianten wie zum Beispiel unser Quiche Lorraine Rezept angedacht.

Im Vordergrund steht ein Mürbeteigkuchen mit einer beerigen Füllung

Foto: © RitaE, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Der Biskuitboden: Ein wahres Allround-Talent

Von allen Teigarten ist der Biskuitboden wohl derjenige, der am vielseitigsten eingesetzt wird. Das liegt nicht nur am leckeren, leicht süßlichen Geschmack, sondern auch an der luftig-lockeren Konsistenz. Diese bekommt er durch das zuvor ordentlich aufgeschlagene Eiweiß, unter das dann vorsichtig die restlichen Zutaten (Mehl und Zucker, ggf. Butter und Backpulver) gehoben wird.

Unsere Tipps! Damit der Eischnee für den Teig schön fest wird und auch beim Zugeben der restlichen Zutaten nicht zusammenfällt, können Sie etwas Salz oder auch Zitronensaft beim Aufschlagen verwenden. Zudem können Sie die Eigelbe erst mit den trockenen Zutaten vermengen, bevor Sie diese unterheben – dadurch vermischen sie sich besser und der Biskuitteig bleibt schön luftig.

Auch den Biskuitboden können Sie übrigens ganz frei nach Ihrer Fantasie anpassen. Arbeiten Sie zum Beispiel mit Kakaopulver anstelle von Mehl oder geben Sie einige kleine Schokodrops hinzu. Auch eine Zitrusnote (z.B. durch Schalenabrieb) macht sich herrlich im Teig und gibt ihm ein erfrischendes Aroma, das vor allem im Sommer wunderbar passt. Aber auch in der kalten Jahreszeit überzeugt er, wie unser Blogbeitrag zum Winter-Tiramisu beweist.

Ein neutraler Liebling: Hefeteig

Sie mögen es abwechslungsreich und backen am gleichen Tag am liebsten süße Kuchen und herzhafte Pizzen? Aber eigentlich wollen Sie nicht unzählige verschiedene Zutaten einkaufen? Dann ist der Hefeteig perfekt. Denn er wird sowohl für das eine, als auch das andere verwendet. Jedoch gehört er auf jeden Fall zu den zeittechnisch aufwendigsten Teigarten und benötigt etwas mehr Können und Geduld.

Der klassische Hefeboden besteht nur aus Mehl, lauwarmen Wasser und Hefe. Je nach Gebäck wird er (nach etwas Ruhezeit) mit Zucker oder Salz verfeinert. Damit der Teig richtig aufgeht, ist es wichtig, dass Sie ihn ausreichend kneten. Mindestens 10 Minuten sollten hierbei angesetzt werden. Beim Gehen selbst ist Ruhe in der Schlüssel – geben Sie dem Teig mindestens 1 Stunde, besser zwei Zeit!

Übrigens: Ob Sie den Teig mit Frische- oder Trockenhefe zubereiten, sollte im Grunde keinen Unterschied machen. Wichtig ist nur, dass Sie etwa die doppelte Menge an Trockenhefe im Vergleich zum frischen Pendant benötigen. Sie haben Lust zum Backen bekommen? Dann probieren Sie doch einmal unser leckeres Mohnstriezel-Rezept. Auch hier setzen wir auf Hefeteig!

Der Blätterteig: Schicht für Schicht ein Genuss

Ebenfalls eher zu den aufwendigeren Teigarten gehört der Blätterteig. Doch die Arbeit lohnt sich allemal, denn das Ergebnis ist einfach einzigartig. Wie der Name schon verrät, besteht er aus mehreren Schichten Teig, die mit Fett miteinander verbunden werden. Beim Backen geht er dann für gewöhnlich etwas auf und bildet ästhetische Lufträume, die so charakteristisch für z.B. Apfeltaschen sind.

Für das Grundrezept brauchen Sie zunächst nur Mehl, Wasser, Butter und Salz sowie nach Geschmack Zucker. Wollen Sie beispielsweise eine Quiche zaubern, können Sie natürlich auf die Süße verzichten. Haben Sie eine gute Grundmasse erreicht, rollen Sie diese aus, geben ein wenig Butter und Mehl darauf und legen die nächste Teigplatte darauf. Das Ganze wieder ausrollen und wiederholen. Ist der Teig alle, teilen Sie die Masse in der Mitte und setzen Sie den Vorgang fort. Brauchen Sie nur eine Geringe Menge, dann können Sie natürlich auch von Anfang an so vorgehen.

Übrigens: Gerade Hobbybäcker falten den Teig gern einfach. Das ist prinzipiell auch eine Möglichkeit, sorgt aber für Ungleichheiten in der Butterverteilung. Am besten also schneiden! Zudem sollten Sie den Teig nach dem Ausrollen keinesfalls noch einmal verkneten – sonst gehen die Schichten verloren. Zum Lagern lieber mit einer Schicht Backpapier dazwischen aufrollen.

Weitere Teigarten für herrliche Kuchenkreationen

Während wir Ihnen jetzt die klassischen Teigarten vorgestellt haben, gibt es natürlich noch einige weitere, die für leckere Kuchenkreationen sorgen. So wird zum Beispiel der Quark-Öl-Teig gern für besonders fruchtig-saftige Obstkuchen eingesetzt, eignet sich aber auch für Pizza.

Soll es einmal schnell gehen? Dann greifen Sie doch zu einem Kuchenboden, den Sie gar nicht erst backen müssen. So zum Beispiel eine Variante aus Keksen. Hierzu müssen Sie herkömmliche Butterkekse einfach malen, mit etwas Butter vermengen und dann in der Kuchenform festdrücken. Ganz typisch ist diese Variante zum Beispiel für Käsekuchen.

Ernähren Sie sich vegan und versuchen auf tierische Produkte zu verzichten? Dann können Sie natürlich zu einem Hefeteig greifen. Damit es aber nicht langweilig wird, gibt es auch Alternativen. So. zum Beispiel den knusprigen Walnuss-Hafer-Teig den wir für unser Erdbeerkuchenrezept verwenden – dieser ist sogar glutenfrei! Sind Sie von unseren verschiedenen Teigarten inspiriert? Dann wünschen wir viel Spaß beim Backen und Ausprobieren!

Quellen
www.kuechengoetter.de/…/grundteige
www.ndr.de/…/Backen-Welcher-Teig-fuer-welchen-Kuchen,teigarten100.html
www.backmomente.de/…/teigarten-fur-jedes-geback-den-richtigen-teig
www.lecker.de/tortenboden-ohne-backen-das-wird-knusprig-50374.html