Er ist der Drink der Piraten und doch kann er noch so viel mehr: Rum zum Backen zu verwenden, ist keine Schnapsidee. Denn das Getränk bringt herrliche Aromen in den Teig, die so manchen Kuchen aufpeppen können. Doch wie viel Restalkohol ist dann noch vorhanden? Und wie können Sie diesen reduzieren, ohne das Aroma zu vermissen? Diesen und weiteren Fragen widmen wir uns, bevor wir Ihnen unser Lieblingskuchenrezept mit Rum vorstellen.

Warum überhaupt Rum zum Backen verwenden?

Schon seit Jahrhunderten nutzen Menschen ganz unterschiedliche Spirituosen, um ihre Speisen zu verfeinern. Da kommt einmal der Rotwein in die Soße des Wildbratens und der Rum wird zum Backen einer aromatischen Torte verwendet. Doch warum? Die Antwort haben wir eigentlich schon gegeben: Es geht um das Aroma.

Denn die verschiedenen Spirituosen bringen einen Eigengeschmack mit, der so manch einen betört – und das nicht nur aufgrund des enthaltenen Alkohols. Im Gegenteil, von diesem ist in der Regel im fertigen Gebäck nicht mehr viel vorzufinden. Dazu aber gleich mehr. Nein, es sind wirklich die einzigartigen Noten, welche die Getränke mitbringen, der Ihrem Teig das gewisse Etwas verleihen.

Übrigens: Im Grunde können Sie jede Spirituose verwenden, um Ihr Gebäck zu verfeinern. Das Wichtigste dabei ist, dass Sie sich vorab überlegen, wie intensiv der Geschmack sein soll. Viele Liköre (z.B. Eier-, Sahne oder Fruchtlikör) sind eher sanft, während kräuterhaltige Varianten eine starke Dominanz mitbringen. Der Klassiker ist der Rum zum Backen – auf sein meist intensives Aroma kommen in der Regel verhältnismäßig wenige Prozente. Zudem harmoniert er herrlich mit den meisten Speisen.

Verfliegt Alkohol beim Backen?

Sie kennen die Aussage “der Alkohol verfliegt beim Backen” sicherlich. Doch was steckt dahinter? Ist dem wirklich so? Das kann man tatsächlich nicht so pauschal beantworten. Denn es gibt unterschiedliche Faktoren, die beeinflussen, ob und wie viel Restalkohol in Kuchen und Co. stecken.

Wie viel Rum zum Backen?

Wie so oft im Leben macht die Menge das Gift. Damit ein Produkt als alkoholfrei gilt, darf es laut deutschem Gesetz nicht mehr als 0,5 % Vol. enthalten. Diesen Wert erreichen Sie beim ausgiebigen Backen und einer ausgewogenen Rezeptur relativ leicht. Denn im Grunde verdampft das Ethanol, welches den Spirituosen ja den Alkoholgehalt verleiht, schon bei 78 °C.

Aber Achtung! Das bedeutet nicht, dass Sie einen Kuchen komplett ohne Alkohol erhalten, nur weil Sie die Rum-Rezeptur bei 100 °C backen. Zum einen gart das Gebäck von außen nach innen – Sie müssen also darauf achten, dass auch der innerste Teil gut erhitzt wurde. Zum anderen handelt es sich bei den unterschiedlichen Getränken um alkoholische Gemische, deren Bausteine sich auch beim Backen nicht zu 100 % aufspalten lassen.

Das sind auch die Gründe, warum immer ein gewisser Restalkohol zurückbleibt, wenn Sie beispielsweise Rum zum Backen verwenden. Jedoch können Sie die Prozente natürlich reduzieren, indem Sie eine geringere Menge in den Teig geben. Wir raten dazu, eher wenige Milliliter einer sehr aromatischen Spirituose zu verwenden, anstatt deutlich mehr eines aromaschwachen Exemplars. Zumindest wenn es Ihnen darum geht, den Alkoholgehalt möglichst gering zu halten.

So verdampft das Ethanol

Wir haben es eben schon erwähnt: Ethanol verdampft bei 78 °C. Umso länger und wärmer Sie Ihre Speise also backen, desto weniger Alkohol bleibt erhalten – so zumindest die Theorie. Und an dieser ist per se auch nichts falsch. Allerdings wollen Sie sicherlich zum Schluss immer noch einen saftigen Kuchen servieren können. Das Problem daran ist, dass auch Wasser bei 100 °C zu verdampfen beginnt. Um also die Saftigkeit zu erhalten, dürfen Sie Ihr Gebäck auch nicht zu lange im Ofen lassen.

Um den Alkoholgehalt also eher gering zu halten, könnten Sie die Spirituose möglichst früh zu den Zutaten hinzugeben. Gerade Rezepte, bei denen das Gemisch separat noch einmal in einem Topf erhitzt wird, können davon profitieren. Was hingegen zu meiden ist, sind Glasuren und Cremes mit Rum und Co. Denn diese werden in der Regel nur kurz oder gar nicht erhitzt und so hat das Hochprozentige auch keine Chance zu verdampfen.

Zudem müssen Sie dem Alkohol natürlich auch erlauben, zu entfleuchen. Das funktioniert in einem geschlossenen System (z.B. einem Topf oder einer Backform) eher weniger. Hier tropft nämlich die kondensierte Flüssigkeit einfach wieder in das Gebäck hinein. Verzichten Sie also auf möglichst viel Drumherum und lassen Sie Ihre Speise am besten noch einmal ganz ohne Form nachbacken.

Wann Sie Rum zum Backen meiden sollten

Nachdem Sie nun wissen, wie Sie den Alkoholgehalt in einem Gebäck möglichst gering halten oder sogar so weit regulieren, dass es gesetzlich als alkoholfrei gilt – gibt es trotzdem Situationen in denen Sie auf Rum und Co. verzichten sollten? Die Antwort ist ein klares “Ja”. Denn so sehr Ihnen das Aroma der Spirituosen auch zusagen mag, ist es nicht für alle Menschen geeignet.

Ganz offensichtlich sollten Sie Alkohol vermeiden, wenn Sie den Kuchen Menschen servieren, die dessen Aroma einfach nicht mögen. Aber auch für trockene Alkoholiker ist eine solche Speise unangebracht. Denn selbst wenn die Konzentration nicht hoch ist, reicht manchmal einfach schon der kleinste Hauch, um wieder in vergangene Muster zu verfallen.

Zudem wird in Fachmedien und Foren immer wieder diskutiert, ob Kinder und Schwangere Kuchen mit Alkohol essen dürfen. Im Grunde ist das erst einmal erlaubt, solange der Restalkohol unter 0,5 % Vol. liegt. Jedoch argumentieren Gegner auch, dass unsere Kleinen durch die Süßspeisen sanft an das süchtigmachende Getränk herangeführt werden. Wie viel das bei einem gelegentlichen Stück ausmacht, ist nicht sicher. Es liegt also immer im Ermessen der Eltern, was und in welchen Mengen erlaubt ist.

Ein Hauch von Sommer: Kokos-Rum-Kuchen

Wollen Sie sich am Backen mit Rum probieren? Dann stellen wir Ihnen an dieser Stelle einmal unser Lieblingsrezept vor: einen saftigen Kokos-Rum-Kuchen. Das Rezept ist denkbar einfach und auch für Anfänger gar kein Problem – scheuen Sie sich also nicht und schwingen Sie gerne den Kochlöffel. Pardon, den Schneebesen. Und übrigens: Falls Sie auf den Alkohol lieber verzichten wollen, geben wir abschließend noch einige Tipps, wie das gelingt. Aber jetzt erst einmal zu unserem Kuchen:

Zutaten für den Kuchenteig:

  • 150 g gehackte Pekannüsse
  • 225 g Butter
  • 400 g Zucker
  • 375 g Mehl
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 4 große Eier
  • 1 Tüte Vanillepudding
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 180 ml Buttermilch
  • 60 ml dunkler Rum

Zutaten für die Glasur:

  • 115 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 TL Kürbisgewürz
  • 60 ml Wasser
  • 120 ml dunkler Rum

Und so geht’s:

  1. Heizen Sie zu Beginn den Ofen auf 180 °C vor. Fetten Sie eine Gugelhupf- oder Kastenform und streuen Sie die gehackten Nüsse auf den Boden.
  2. Wir beginnen mit dem Kuchenteig: Geben Sie die Butter, den Zucker und das Vanillearoma in eine Schüssel und vermischen Sie es sorgfältig miteinander. Ist eine homogene Masse entstanden, schlagen Sie die Eier hinein und rühren weiter. Abschließend kommen noch der Rum und die Buttermilch hinzu.
  3. In einer anderen Schüssel vermischen Sie das Mehl, den Pudding, das Backpulver und das Salz.
  4. Vermengen Sie nun die trockenen Zutaten mit den feuchten. Gehen Sie dabei am besten Schritt für Schritt vor, damit sich keine Klümpchen bilden.
  5. Füllen Sie den Teig nun in die vorbereitete Kuchenform und lassen das Ganze für etwa 50 bis 60 Minuten backen.
  6. In der Zeit können Sie sich schon einmal der Glasur widmen: Geben Sie dazu die Butter in einen Kochtopf und erhitzen Sie sie bis sie flüssig ist. Nun fügen Sie den Zucker, das Wasser und das Kürbisgewürz hinzu. Für drei Minuten unter ständigem Rühren leicht kochen lassen.
  7. Nehmen Sie den Topf von der Flamme und geben Sie den Rum hinzu. Noch einmal gründlich rühren und fertig ist die Glasur. Gießen Sie diese abschließend einfach über den fertigen, gestürzten Kuchen. Lassen Sie beides gemeinsam nun gut auskühlen.

Übrigens: Dieser Kuchen nutzt in seinem Grundrezept eine große Menge Alkohol. Hier wird in der Regel nicht genug verdampfen, damit der Verzehr für Kinder und Co. geeignet ist. Wollen Sie ihn dennoch bei der nächsten Familienfeier servieren, reduzieren Sie einfach die Menge an Rum zum Backen oder greifen Sie zu einer alkoholfreien Alternative.

Alkoholfreie Alternativen zum Rum zum Backen

Sie haben ein Rezept gefunden, dass Sie unbedingt einmal ausprobieren wollen? Vielleicht sogar unseres? Jedoch kochen bzw. backen Sie für eine der oben beschriebenen Personengruppen oder wollen einfach auf den Alkoholgehalt verzichten? Dann müssen Sie ein intensives Aroma trotzdem nicht missen. Da dieses aber möglichst nicht an die Spirituosen erinnern soll, wählen Sie doch eines, was Ihnen mundet.

So können Sie zum Beispiel zu Bittermandelaroma greifen, welches herrlich Amaretto ersetzen kann und eine leicht marzipanige Note mitbringt. Zitronen- und Orangenaroma verleihen Ihrem Gebäck etwas sommerliche Frische. Oder Sie zaubern Ihr eigenes Gemisch. Denn mit einigen Kräutern, etwas Essig und Ölen ersetzen Sie auch jeden intensiven Kräuterlikör. Welche Optionen dazu infrage kommen und wofür sie sich genau eignen, haben wir übrigens in unserem Beitrag zu Backaromen erklärt.

Weiterführende Links
www.ps-wein.de/…/verfliegt-alkohol-beim-kochen
www.rumundco.de/…/backe-backe-kuchen-mit-spirituosen/
www.merkur.de/…/restalkohol-im-essen-kochen-backen-wie-viel-kinder-schwanger-zr-90046228.html
www.melissassouthernstylekitchen.com/buttered-rum-cake/