Es ist Sommer und überall empfängt uns der unwiderstehliche Geruch und Genuss von reifen Früchten. Doch was kann man eigentlich mit den exotischen Kandidaten wie Kiwi, Ananas und Maracuja machen? Denn sie sind schließlich auch diejenigen, die wahres Tropen-Feeling auf die Zunge bringen. Wir geben Ihnen darum 3 Rezepte für Früchtekuchen der ganz besonderen Art mit auf den Weg!

Tropischer Früchtekuchen für frischen Genuss

Natürlich sollte ein Sommerkuchen vor allem eins sein: frisch und fruchtig. Niemand hat Lust auf zu viele Kalorien und „schwere“ Zutaten. Kein Wunder also, dass die Teige oft eher nur dünn sind und stattdessen die saftige Frische der Früchte im Mittelpunkt steht. Dazwischen finden wir oft kühle Schichten aus Frischkäse oder Quark. Auch ein lockerer Vanillepudding bringt eine leckere Abwechslung mit.

Doch haben Sie eigentlich schon daran gedacht, dass es nicht immer nur Erdbeeren, Himbeeren und andere einheimische Früchte für den sommerlichen Kuchen sein müssen? Stattdessen können Sie mit den exotischen Kompagnons mindestens ebenso herrliche Leckereien zaubern. Dabei bringen Sie gleichzeitig wahre Tropen-Stimmung auf den Tisch und finden sich in Gedanken ganz schnell am Strand wieder, umgeben von rauschenden Wellen.

Kiwi-Orangen-Tarte für einen erfrischenden Genuss

Unser Kiwi-Kuchen bringt viele leckere Qualitäten mit sich. Zum einen ist es natürlich der süß-säuerliche Geschmack der Frucht selbst. Doch es sind vor allem auch die cremig-zitrische Füllung und der dünne (übrigens glutenfreie) Boden, die die Tarte im Geschmack vervollständigen!

Zutaten für die Kiwi-Tarte

Unser Rezept besteht im Grunde aus zwei Teilen: dem Boden und dessen Füllung bzw. Belag. Wir wollen an dieser Stelle die Zutaten aufteilen, denn Sie können den außergewöhnlichen Boden auch für andere Kuchen verwenden und ganz eigene Kombinationen zusammenstellen.

Für den (glutenfreien) Boden:

  • 160 g Haferflocken
  • 40 g Mandeln
  • 60 g brauner Zucker
  • 40 ml Kokosnussöl
  • 3 TL Sirup (z.B. Ahorn)
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung:

  • 250 ml Milch
  • 3 Eigelb
  • 60 g brauner Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt oder 1 Tütchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL Speisestärke (gemischt mit 2 TL Wasser)
  • 1 TL Orangenschale, frisch gerebelt
  • 2-3 Kiwis

Zubereitung

Bevor Sie beginnen, stellen Sie am besten eine Tarteform, 2 große Schüsseln und 1 Topf bereit. Zudem benötigen Sie einen Schneebesen oder ein Handrührgerät, um den Kiwi-Kuchen zuzubereiten. Auch ein Mixer, ein Häcksler oder ein Mörser sind sinnvoll, falls Sie keine vorverarbeiteten Produkte (Mandeln und Haferflocken) verwenden wollen.

  1. Beginnen Sie damit, die Cremefüllung zu machen. Dazu erhitzen Sie in einem Kochtopf die Milch bei mittlerer Hitze. Während diese zu kochen beginnt, geben Sie die Speisestärke ins Wasser und rühren Sie solange, bis sie völlig aufgelöst ist. Halten Sie die beiden Sachen bereit.
  2. In eine andere, hitzebeständige Schüssel geben Sie derweil die Eier, den Zucker, das Salz und die Vanille. Rühren Sie das Ganze gut um. Wenn die Milch leicht kocht, geben Sie diese Stück für Stück über die Zucker-Mischung. Zwischendurch sollten Sie mit dem Schneebesen alles kräftig durchmischen.
  3. Ist alle Milch in der Schüssel, füllen Sie die Mischung in den Topf um. Rühren Sie weiter und geben peu a peu die aufgelöste Speisestärke hinzu. Es sollte eine zähflüssige Masse entstehen. Sobald das der Fall ist, nehmen Sie den Topf vom Herd und geben Sie den Inhalt wieder in eine Schüssel. Decken Sie diese mit etwas Frischhaltefolie ab und lassen Sie alles abkühlen. Tipp: Am besten auf Raumtemperatur runterkühlen und erst danach in den Kühlschrank stellen!
  4. Währenddessen widmen Sie sich dem Boden. Geben Sie dafür zu Beginn alle Zutaten in einen Häcksler oder einen Standmixer. Mixen Sie solange, bis alle Zutaten vermengt sind und eine klebrige, gut formbare Masse entsteht. Arbeiten Sie mit bereits gemahlenen Mandeln und feinen Haferflocken, geben Sie diese in eine Schüssel und fügen dann das Öl, den Sirup und den Zucker hinzu. Kneten Sie diese Mischung gut durch, bis auch hier ein klebriger Teig entsteht.
  5. Geben Sie den Teig in Ihre Kuchenform und drücken Sie ihn fest an. Der Rand sollte voll ausgenutzt werden (also ca. 5 cm Höhe messen). Backen Sie den Boden nun für ca. 10 Minuten bei 170°C im vorgeheizten Ofen.
  6. Ist der Boden fertig, stellen Sie auch diesen kalt. Übrigens: Man kann ihn auch toll einfrieren und später belegen!
  7. Sind alle Zutaten abgekühlt, stellen Sie zuerst den Boden bereit. Rühren Sie nun noch einmal die Creme-Füllung gut durch und geben jetzt die frisch geriebene Orangenschale hinzu, bevor Sie alles auf dem Boden verteilen. Greifen Sie zu einem Gummischaber oder einem Löffel, um die Creme gleichmäßig im Boden zu verteilen.
  8. Stellen Sie das Endprodukt für weitere 30 Minuten in den Kühlschrank. Währenddessen schneiden Sie die Kiwi in Scheiben und belegen anschließend den Kuchen damit. Bestenfalls kommt die Tarte dann weitere 3 bis 4 Stunden ins Kühle, damit alles auch wirklich schön fest wird. Das Ergebnis lässt sich sehen: ein erfrischend fruchtiger Kiwi-Kuchen!

Umgestürzter Ananas-Kuchen mit karamellisierten Früchten

In den USA zählt er zu den Klassikern, doch in Deutschland ist er weitestgehend unbekannt: der umgestürzte Ananas- Kuchen. Dabei wird die fruchtige, saftige Ananas mit einem herrlich weichen Teig kombiniert, sodass ein unglaublich leckeres, frisches Sommerdessert entsteht.

Zutaten für den Ananas-Kuchen

Stellen Sie zunächst eine Springform mit einem Durchmesser von 26 cm bereit. Zudem eignet sich ein wenig Butter zum Einfetten der Form, damit sich der Kuchen später leichter lösen lässt. Ebenfalls brauchen werden Sie eine kleine Schüssel, eine große Schüssel sowie ein Handrührgerät oder einen Schneebesen. Weiter geht es mit den Zutaten.

Für den Teig:

  • 3 TL Öl (z.B. Raps)
  • 85 g Puderzucker
  • 1 großes Ei
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Vanilleextrakt oder 1 Tütchen Vanillezucker
  • 160 g Mehl
  • 50 g Saure Sahne oder Griechischer Joghurt
  • 120 ml Milch
  • 50 ml Ananassaft

Für den Belag:

  • 60 g geschmolzene Butter, gesalzen
  • 115 g brauner Zucker
  • 5-7 Ananasringe (am besten frisch, alternativ aber auch aus der Dose)
  • Nach Wunsch einige Cocktail-Kirschen

Und so geht’s

Bevor es richtig losgeht, heizen Sie den Ofen auf 180°C vor (am besten Ober-/Unterhitze verwenden). Bereiten Sie außerdem die Kuchenform mit der Butter vor, sodass Sie den Teig dann schnell eingießen können.

  1. Geben Sie die geschmolzene Butter zusammen mit dem Zucker in die kleine Schüssel und vermengen Sie die Zutaten gut. Ist eine sanfte Masse entstanden, gießen Sie die Mischung in Ihre Kuchenform. Drücken Sie darin die Ananasringe fest. Wenn Sie den Geschmack mögen, können Sie in die Mitte der Ringe auch schon Cocktail-Kirschen platzieren. Stellen Sie die Kuchenform nun vorübergehend zur Seite.
  2. In der größeren Schüssel vermischen Sie nun das Öl und den Puderzucker. Entsteht auch hier eine klumpenfreie Masse, geben Sie das Ei, Salz, Backpulver und Vanille(-zucker) hinzu. Rühren Sie gut um, bis alles eine glatte Mischung ergibt. Gießen Sie nun nach und nach unter weiterem Rühren die Milch hinzu. Zum Schluss noch den Ananassaft unterheben.
  3. Gießen Sie diesen (relativ flüssigen) Teig nun über die Ananasringe in der Kuchenform. Backen Sie das Ganze für etwa 40 bis 45 Minuten. Prüfen Sie zwischendurch mit einem Schaschlikspieß oder einer Rouladennadel die Konsistenz. Stechen Sie dazu komplett in den Kuchen – bleibt noch Teig an der Nadel zurück, muss er weiterbacken.
  4. Lassen Sie den fertigen Ananas-Kuchen für etwa eine viertel Stunde bei Zimmertemperatur abkühlen. Danach stürzen Sie ihn und öffnen sanft die Springform. Lassen Sie sich nun den außergewöhnlichen Früchtekuchen schmecken!

Maracuja-Kuchen ganz ohne Backen

Der krönende Abschluss unserer Top 3 der ausgefallenen Früchtekuchen ist ein Rezept mit Maracuja. Diese Backware läutet den Sommer ein wie kaum ein anderes Dessert und lässt sich vor allem mit vielen anderen tropischen Früchten noch verfeinern. Darum finden Sie auch in unserer Zutaten-Liste einige herrliche Ideen für Beilagen zu diesem ganz besonderen Sommerkuchen!

Das brauchen Sie

Vorweg einige Informationen: 1. Es ist ganz einfach den Kuchen auch vegan zu gestalten. Ersetzen Sie dazu einfach die Milchprodukte durch Kokosmilch, -creme und -joghurt. Diese untermalen nämlich den exotischen Geschmack und das Tropenfeeling noch weiter und zaubern ein ganz besonders exquisites Ergebnis. Natürlich können Sie alternativ auch zu Soja-, Reis- oder Mandelprodukten greifen.

Boden:

  • 100 g Butterkekse (am besten mit Cremefüllung wie z.B. goldene Oreos)
  • 50 g Butter (wenn pure Kekse noch 50 g mehr)

Belag:

  • 200 g Joghurt (1,5% Fett)
  • 200 ml Schlagsahne (15% Fett)
  • 2-3 TL Zucker
  • 1 Beutel Agar Agar oder Gelatine-Pulver

Maracuja-Kompott:

  • 4-5 Maracujas
  • 0,5 TL Speisestärke
  • 1 TL Wasser
  • 1 EL Zucker

Zum Dekorieren (nach Wahl):

  • Weintrauben
  • Goldene Kiwis
  • Cantaloupe-Melone
  • Papaya

Zubereitung

Für dieses Rezept nutzen Sie am besten eine 18 cm Springform. Zudem brauchen Sie einen Häcksler, einen Standmixer oder ein Nudelholz. Weiterhin stellen Sie 2 Schüsseln und einen Topf bereit. Zum Mischen eignet sich sowohl ein Schneebesen, als auch ein Handrührgerät.

  1. Geben Sie zuerst die Kekse in den Häcksler oder Mixer. Alternativ können Sie zum Beispiel auch einen Gefrierbeutel zur Hand nehmen, die Kekse hineinfüllen und dann mit einem Nudelholz zermalmen. Geben Sie die Kekskrümel nun in eine Schüssel und fügen Sie die Butter hinzu.
  2. Bereiten Sie die Springform mit etwas Butter vor. Verteilen Sie dann den Keksteig auf dem Boden und drücken Sie ihn ordentlich fest. Bei diesem Rezept wird kein Rand benötigt! Platzieren Sie das Ganze nun im Kühlschrank, während Sie sich dem restlichen Kuchen widmen.
  3. Geben Sie den Joghurt und den Zucker in eine Schüssel. Gut durchmischen, bis alles relativ fest ist. Vermengen Sie in einem Topf das Agar Agar Pulver oder die Gelatine mit etwa 50 ml Wasser und kochen Sie diese für 2 Minuten unter Rühren auf. Heben Sie das Ganze anschließend unter die Joghurt-Creme. Ist eine glatte Masse entstanden, verteilen Sie diese auf dem Boden in der Backform. Lassen Sie den Maracuja-Kuchen über Nacht im Kühlschrank.
  4. Am nächsten Morgen können Sie sich dem Kompott widmen. Löffeln Sie dazu das Fruchtfleisch aus den Maracujas und geben es in einen Topf. Fügen Sie den Zucker hinzu und erhitzen Sie beides. In einer Schüssel vermischen Sie zudem das Wasser mit der Stärke und gießen es anschließend auch in den Topf. Leicht zum Kochen bringen und dann vom Herd nehmen. Geben Sie das Kompott nun über den Kuchen und stellen Sie ihn nochmals für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank.
  5. Vor dem Servieren können Sie den Kuchen noch dekorieren. Dazu eignen sich beispielsweise geachtelte goldene Kiwis, die dann auf den Stücken verteilt werden. Auch halbierte Weintrauben schmecken hervorragend zum Maracuja-Kuchen sowie viele andere tropische Früchte!

So genießen Sie Ihren sommerlichen Früchtekuchen

Nachdem wir Ihnen drei unglaublich leckere Früchtekuchen vorgestellt haben, wollen wir Ihnen noch ein paar Tipps zum Servieren mitgeben. Natürlich eignet sich der Klassiker Schlagsahne eigentlich immer als Beilage, doch im Sommer liegt sie vielen auch eher schwer im Magen. Darum servieren Sie doch stattdessen einfach eine Kugel frisches Eis – oder noch besser: Sorbet – zu Ihrem Sommerkuchen.

Auch lecker und immer ein Hingucker: ein leckerer Obstsalat. Auf die tropischen Früchte abgestimmt, greifen Sie hierbei am besten zu ebenso saftig-exotischen Komponenten wie Ananas, Melone, Kiwi, Papaya, Physalis, Mango und Limette. So überraschen Sie Ihre Freunde und Familie sicher mit einem ganz besonderen Geschmackserlebnis, welches sie sofort in Urlaubsstimmung versetzen wird!

Quellen
www.bakesalotlady.com/2018/04/kiwi-orange-tart/
www.thedomesticrebel.com/2017/08/16/the-best-pineapple-upside-down-cake/
www.klaraslife.com/en/passion-fruit-cake/