Die Temperaturen nehmen immer weiter zu und die Sonne scheint kräftiger auf unsere Pflanzen. Für viele heißt der Frühlingsbeginn auch, dass nun die Zeit der saftig-frischen Obst- und Gemüsesorten wieder losgeht. Eine der ersten reifen Leckereien ist dabei der Rhabarber. Was Sie über ihn wissen müssen und wieso Sie unbedingt einmal Rhabarber Crumble backen sollten, erfahren Sie hier!

Der Rhabarber: Gemüse aus dem fernen Osten

Es klingt erst einmal abstrakt, aber es stimmt wirklich: Das vermeintliche Obst, welches viele für eine typisch deutsche Speise halten, ist keines von beidem. Denn in Wirklichkeit handelt es sich bei Rhabarber – zumindest aus botanischer Sicht – um ein Gemüse. Doch weil wir ihn so gern zu Rhabarber Crumble, Kuchen, Marmeladen und anderen süßen Leckereien verarbeiten, finden Sie die roten Stangen im Supermarkt nicht selten in der Obstabteilung.

Doch nicht nur das: Der Rhabarber ist eigentlich nicht in Deutschland beheimatet. Das Gemüse stammte ursprünglich aus China und Tibet und wurde dort als Heilmittel eingesetzt. Von da fand es seinen Weg über Russland nach Italien zu den alten Römern. Doch diese waren vom säuerlich-herben Geschmack der Stangen gar nicht begeistert und gaben ihnen deswegen den Namen Barbarenwurzel (Rheum bararum).

Übrigens: Der Rhabarber, den Sie wahrscheinlich kennen, hat mit dem Geschmack der ursprünglichen Pflanze wenig gemein. Die Sorten, die Sie heute im Supermarkt finden, sind deutlich süßer im Geschmack. Besonders erwähnenswert ist an dieser Stelle das Holsteiner Edelblut, eine Art, die zu den qualitativ hochwertigsten und mildesten gehört.

Ist Rhabarber giftig & alles, was Sie sonst noch wissen müssen

Neben der Herkunft und der botanischen Zuordnung gibt es noch einiges anderes über den Rhabarber zu wissen. Wann er in der Regel geerntet wird, wieso er bei empfindlichen Menschen Bauchschmerzen verursacht und weshalb er nicht roh gegessen werden sollte. Das alles verraten wir Ihnen jetzt!

Lecker und frisch: Wann hat Rhabarber Saison?

Die Reife des Rhabarbers ist abhängig von den Witterungsbedingungen. Während es nach einem sehr milden Winter durchaus vorkommen kann, dass die roten Stängel schon Ende März geerntet werden können, geht man in der Regel von einer Saison ab April bis Juni aus.

Geerntet werden die Stängel dabei in der Regel, wenn sie etwa eine Länge von 25 cm erreicht haben. Bei roten Sorten ist auch deren Färbung ein deutliches Zeichen für ihre Reife. Denn nur wenn sie wirklich kräftig wirken, sind sie auch essbar.

Oxalsäure: Nichts für empfindlich Mägen

Viele Obst- und Gemüsesorten enthalten in geringen Konzentrationen Oxalsäure. Das ist im Prinzip kein Problem, jedoch ist der Anteil beim Rhabarber besonders hoch. Das bedeutet, dass die Stängel nie roh gegessen werden sollten, da sie sonst zu Bauchschmerzen oder gar vergiftungsähnlichen Symptomen führen können. Zudem kann die Säure den Zahnschmelz angreifen und somit Karies fördern.

Bei einigen Krankheiten sollte der Verzehr von Rhabarber deutlich minimiert werden. So greift die Oxalsäure zum Beispiel die Nieren an. Haben Sie in diesem Bereich Vorerkrankungen, sollten Sie beim Naschen vorsichtig sein. Falls Sie an Gicht, Rheuma und Arthritis leiden, gilt das Gleiche.

Übrigens: Der Gehalt an Oxalsäure nimmt mit der Zeit des Wachstums immer weiter zu. Darum sollte der Rhabarber auch ab Juli nicht mehr geerntet werden. Als traditioneller Stichtag gilt der 24. Juni, der Johannistag. Danach wird das Gemüse ungenießbar. Natürlich können Sie aber zuvor geerntet Stängel noch aufbrauchen.

Eine Geheimwaffe: Rhabarber zum Abnehmen

Doch nicht nur wegen seines leckeren Geschmacks und seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in Desserts ist Rhabarber in den letzten Jahren in aller Munde. Das Gemüse enthält auch große Mengen an Eisen, Calcium, Vitamin C, Magnesium, Kalium und Pektin. Dabei ist es sehr kalorienarm, aber dennoch ballaststoffreich und darum Teil vieler moderner Diätpläne.

Doch nicht nur zum Abnehmen wird Rhabarber gern eingesetzt. Das Gemüse ist auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin dafür bekannt, dass es das Immunsystem stärkt, stresslösend wirkt und sich positiv auf Haut, Haare und Gehirn auswirken kann. All das aufgrund des hohen Gehalts an Mineralstoffen.

Rhabarber Crumble: Eine Spezialität aus den USA

Dass die Amerikaner sich mit süßen Backwaren auskennen, haben sie ein ums andere Mal bewiesen. Glasierte Donuts und lockere Cheesecakes sind schon länger auch aus unseren deutschen Küchen nicht mehr wegzudenken. Doch auch die Crumble-Rezepte halten immer weiter Einzug. Begonnen hat alles mit dem Apple Crumble – zu deutsch dem Apfel-Streusel.

Typisch für diese Rezepte: Während sie zwar auf eine dicke Schicht aus Obst und Streuseln setzen, verzichten sie komplett auf den Teig der zu unseren Streuselkuchen immer dazugehört. Und genau das macht den Rhabarber Crumble auch zu so einer beliebten und doch eher leichten Nascherei für Zwischendurch. Wie Sie eine solche Leckerei zaubern und was Sie am besten dazu kombinieren, verraten wir Ihnen jetzt!

Leicht gemacht: Rhabarber Crumble Rezept

Eigentlich funktioniert der Rhabarber Crumble ganz einfach: Eine Schicht Gemüse und dann die Streusel drüber. Dazu können Sie natürlich das typische Rezept aus gleichen Teilen Butter, Mehl und Zucker verwenden. Um aber eine besonders knackige Schicht obendrauf und eine weiche Füllung darunter zu zaubern, brauchen Sie Folgendes:

  • 500 g Rhabarber
  • 140 g Brauner Zucker
  • 1,5 TL Zimt
  • 100 g Mehl
  • 40 g gemahlene Mandeln
  • 40 g Haferflocken
  • 90 g Butter oder Margarine

Und so geht’s: 

  1. Heizen Sie den Ofen auf 180°C vor.
  2. Beginnen Sie danach damit den Rhabarber in etwa 1 – 2 cm großen Scheiben zu schneiden. Geben Sie diese Stücken in eine Backform (am besten Auflaufform).
  3. Streuen Sie nun den 50 g braunen Zucker sowie 1 TL Zimt darüber.
  4. Geben Sie die restlichen Zutaten alle zusammen in eine Schüssel. Kneten Sie sie entweder mit den Händen oder mit einem Knethaken zu einer homogenen Masse. Es sollte ein lockerer, leicht zerfallender Teig entstehen.
  5. Verteilen Sie nun die Masse als Streusel auf dem Rhabarber.
  6. Backen Sie das Ganze für etwa 30 bis 40 Minuten. Wenn die Streusel leicht goldbraun gefärbt sind, nehmen Sie den Rhabarber Crumble aus dem Ofen. Kurz abkühlen lassen und genießen!

Was passt zu Rhabarber?

Den frischen Rhabarber Crumble können Sie natürlich einfach so genießen. Ganz leicht lässt er sich aber auch mit einer zartschmelzenden Kugle Eiscreme verfeinern. Am besten greifen Sie hierzu zum Klassiker Vanille, Zimt- und Schokoladeneis machen sich aber auch gut!

Zudem passen ganz verschiedene Früchte zum Rhabarber. So können Sie auch gern am Rezept etwas rumexperimentieren. Ersetzen Sie zum Beispiel die Hälfte des Rhabarbers durch Blaubeeren oder ganz traditionell durch Erdbeeren. Auch Himbeeren, Kirschen und Minze machen sich herrlich im Dessert mit Rhabarber.

Sie wollen Ihren Gästen etwas ganz Besonderes servieren? Dann nehmen Sie doch alle oben genannten Früchte sowie das Gemüse in gleichen Teilen in den Rhabarber Crumble auf. Oder Sie machen Ihre eigene Vanille-Schlagsahne mit dem Mark einer frischen Vanilleschote. Der intensive Geschmack unterstreicht die leicht sauer-süße Note der Backware nochmals. Ein wahres Gedicht!

Quellen
www.t-online.de/…/rhabarber-pflanzen-und-ernten-ab-wann-bis-wann-wie-.html
www.rewe.de/lexikon/rhabarber/
www.fitforfun.de/…/diaetfreundliches-stangengemuese-rhabarber-gesund-und-kalorienarm-213840.html
www.mein-schoener-garten.de/…/rhabarber
www.ndr.de/…/Rhabarber-richtig-zubereiten,rhabarber179.html
www.fuersie.de/…/alles-ueber-rhabarber-das-gemuese-des-fruehlings
www.joskitchenlarder.com/easy-rhubarb-crumble-rhubarb-crisp/
www.amandascookin.com/berry-rhubarb-crumble/