Suchen Sie nach einer einfachen Möglichkeit Ihren Speiseplan abwechslungsreicher zu gestalten? Oder möchten Sie aus anderen Gründen öfter mit verschiedenen Nusssorten backen? Dann sollten Sie sich diesen Blogbeitrag unbedingt näher ansehen. Erfahren Sie, warum nicht alles eine Nuss ist, die wir als solche bezeichnen und welche Sorte sich für welche Gebäcke eignet.

Darum sollten Sie häufiger mit verschiedenen Nusssorten backen

Nüsse sind nicht nur eine ideale Zutat, um Gebäcke aufzuwerten – Nussallergiker aus offensichtlichen Gründen einmal außen vor gelassen. Sie sind auch echte Spezialisten, wenn es um die glutenfreie oder vegane Ernährung geht. Denn die verschiedenen Nusssorten sind nicht nur köstlich, sondern bringen auch jede Menge verwertbarer Inhaltsstoffe mit. Die dünne Schale enthält oft leicht bitter schmeckende und bekömmliche Gerbstoffe. Diese können durch Blanchieren oder Reiben nach dem Rösten meist gut entfernt werden, sollten Sie das nicht mögen. Oder Sie greifen schon beim Kauf auf blanchierte (geschälte) Nüsse zurück.

Bei dem meist sehr hohen Fettanteil handelt es sich um wertvolle Öle. Und auch komplexe Kohlenhydrate und Eiweiß sind in der kleinen Nährstoffbombe enthalten. Zudem sättigen sie durch die Ballaststoffe gut. Nicht ohne Grund werden diverse Nusssorten gern von Sportlern oder bei geistigen Anstrengungen verzehrt. Aber auch als Snack für unterwegs und als Bestandteil vieler leckerer Gebäcke machen sie eine gute Figur.

Bei vielen Nusssorten wird sogar erst durch das Erhitzen, z.B. beim Rösten in der Pfanne, das edelste Aroma freigesetzt. Hochwertigen Öle werden hingegen beim Zerkleinern für beispielsweise Nussmus, Nussmilch und gemahlenen Nüssen am besten freigesetzt. Außerdem zaubert das Backen mit Nüssen nicht nur ein herrliches Aroma. Sondern sie bringen auch Feuchtigkeit in Teige, lockern Böden auf, verfeinern Cremes und sind eine hübsche Dekoration.

Definition vs. Volksmund – Was sind Nüsse überhaupt?

Botanisch gesehen gehören Nüsse zu den Schließfrüchten, deren Fruchtwand aus mindestens drei Hüllen besteht. Dabei ist die letztliche Nuss, die in unseren Kuchenteig kommt, der Samen im Inneren der Frucht. Jedoch landen durch unseren Sprachgebrauch auch teilweise Steinfrüchte (z.B. Pistazien) und Hülsenfrüchte (z.B. Erdnüsse) im Nussregal. Demnach sind laut botanischer Definition nur echte Nusssorten:

  • Buchecker
  • Edelkastanie (Maroni)
  • Eichel
  • Hanfnuss (Hanfsamen)
  • Haselnuss
  • Litschi
  • Macadamianuss
  • Walnuss
  • Wassernuss

Aber auch Zutaten wie Cashewkerne, Kokosnüsse, Mandeln oder Paranüsse haben definitiv ihre Berechtigung auf unserem Speiseplan. Und diese werden im Volksmund sowieso vereinfacht als Nusssorten bezeichnet. Denn auch wenn Sie streng genommen keine Nüsse sind, bringen sie wertvolle Nährstoffe mit und lassen sich wunderbar zum Backen verwenden. Daher möchten wir natürlich nicht nur auf botanisch “echte Nüsse” eingehen, sondern auf alle gebräuchlichen nuss-ähnlichen Zutaten, die sich zum Backen eignen.

Die richtige Lagerung von Nusssorten

Die meisten Nüsse zum Backen werden aus dem nahen und fernen Ausland nach Deutschland importiert. In unseren Breitengraden herrschen nämlich nicht für jede dieser Pflanzen die geeigneten Bedingungen. Während also der heimische Walnussbaum reichlich Ernte tragen kann, werden Sie eher keine Cashewkerne im eigenen Garten pflücken können. Und weil auch nicht alle Nusssorten ganzjährig verfügbar sind, kommt es auf eine geeignete Lagerung an.

Generell lassen sich Nüsse am besten kühl, trocken, lichtgeschützt und luftdicht lagern. So werden vor allem im Kühlschrank in einer verschlossenen Dose, die enthaltenen Öle nicht so schnell ranzig. Auch empfehlen wir, sie umso eher zu verzehren, je feiner sie verarbeitet wurden. Demnach halten sich nämlich ganze, ungeschälte Nüsse länger als beispielsweise deren gemahlene Variante. Zudem ist die luftdichte Lagerung auch wichtig, da Nüsse schnell Gerüche anderer Lebensmittel annehmen können.

Während Haselnuss und Walnuss auch in Deutschland im großen Stil angebaut werden können, müssen die anderen Nusssorten importiert werden. Bei Cashew, Erdnuss, Hanf, Kokos, Macadamia und Pekannuss ist sogar ein ganzjähriger Bezug möglich. Besonders lange haltbar sind ungeschälte Erdnüsse und Pekannüsse (im Kühlschrank bis 6 Monate) sowie ungeschälte Hanfsamen (im Kühlschrank 1 Jahr). Während Pinienkerne (im Kühlschrank 1 Monat) eher schnell aufgebraucht werden sollten.

Unsere 12 Favoriten für die heimische Backstube

All diese Nusssorten und nuss-ähnlichen Zutaten sind nicht nur pur sehr köstlich – auch zum Backen eignen sie sich hervorragend. Wir haben ein paar Anregungen für Sie zusammengetragen, was Sie daraus jeweils Leckeres zaubern können. Aber werden Sie hier gern auch kreativ und kreieren Ihre ganz eigenen Geschmackskompositionen.

1. Süßliche Cashewkerne

Aus dem leicht süßlich, ein wenig nach Mandeln schmeckenden, halbmondförmigen Kern dieser Steinfrucht lassen sich u.a. Plätzchen und Törtchen backen. Durch ihren zarten, fast weichen Biss, werden Cremes wunderbar sämig und streichzart. Jedoch sollte die empfindliche Nuss binnen 2 Monaten aufgebraucht werden.

Versuchen Sie sich doch mal an einem fruchtigen Aprikosenkuchen mit cremigem Cashewmus. Oder stellen Sie selbst sämigen Cashewdrink zum Backen her. Die daraus übrig gebliebene Nussmasse kann zu Keksen verarbeitet oder in Kuchenteige eingeknetet werden. Auch kandierte Cashewkerne mit Honig und Sesam sind ein leckerer Snack oder eine extravagante Tortendekoration.

Mit Sesam und einer Marinade gewürzte Cashews liegen auf einem Teller

Foto: © Wow_Pho, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Pixabay.com

2. Ganzjährig verfügbare Erdnüsse

Die Erdnuss ist knackig im Biss und beliebt als salzige Knabberei. Jedoch kennt man diese kleine, ovale Hülsenfrucht auch aus cremiger Erdnussbutter. Das unverwechselbare Aroma harmoniert gut mit Schokolade, Karamell, Vanille, Kokos und Honig. Aber auch salzige Gebäcke ergänzt sie gut.

Stellen Sie sich beispielsweise eine dezent salzige und ansonsten cremig-süße Erdnussbutter-Karamell-Torte mit Schoko-Ganache und kandierten Erdnüssen darauf vor. Ein Traum. Oder Energieriegel und -bällchen. Wie klingen Erdnuss-Cracker mit Käse für Sie?

3. Eiweißreiche Hanfsamen

Keine Sorge – die kleinen Hanfnüsschen enthalten nur minimal bis kein THC, sodass Sie keine berauschende Wirkung nach dem Verzehr befürchten müssen. Jedoch sollten Sie Rezepte mit einer Backtemperatur unter 180 Grad bevorzugen, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Dazu gehört unter anderem das Hanföl mit seinem hervorragenden Fettsäuremuster und der hohe Proteingehalt. Insgesamt bringen die kleinen Nüsschen eine hohe Energie- und Nährstoffdichte mit.

Ihr süßlich-nussiger Geschmack macht sich super in allerlei Broten, Keksen oder auch selbstgebackenem Granola mit beispielsweise Dinkelflocken. Probieren Sie auch mal protein-gepackte Sesam-Hanf-Riegel für den Snack unterwegs. Während sich die geschälte Variante maximal einen Monat im Kühlschrank hält, können Sie die ungeschälten Nüsschen bis zu einem Jahr verwenden.

Ein Stück Kuchen mit Hanfsamen dekoriert steht auf einem Teller. Daneben eine Kanne und eine Tasse Tee.

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4. Heimische Haselnüsse

Die Haselnuss schmeckt ziemlich kräftig nussig und harmoniert besonders gut mit Schokolade. Nicht umsonst lieben so viele Haselnuss-Schokocreme als süßen Aufstrich auf dem Frühstücksbrot. Aber nicht nur cremig kann sie mit ihren 60 % Fettanteil gut, denn im Ganzen ist ihr Biss herrlich knackig. Und sie sieht mit ihrer runden Tropfenform hübsch als Dekoration auf Torten und Keksen aus.

Diese heimische Nuss ist ein wahrer Allrounder in der Küche und passt zu vielen Rezepten. Also wie klingt eine Linzer Torte mit Pflaumenmus und einem nussig duftenden Haselnussteig für Sie? Oder knusprige Noisettines und Nusskipferl. Aber auch im kräftigen Brot oder in einer sündigen Schokotorte macht sie eine hervorragende Figur.

5. Exotische Kokosnüsse

Dieses unverwechselbare Kokosaroma des weißen Inneren dieser Steinfrucht erinnert manche an Sandstrand und azurblaues Meer, andere an Kokosmakronen und Kaminfeuer. Denn dieser einzigartige Geschmack kommt in sehr vielen unterschiedlichen Rezepten zum Einsatz und sowohl das Kokosfleisch als auch das Kokoswasser finden Verwendung.

Beim Backen kommt die Kokosnuss meist in Form von Raspeln oder als cremige Kokosmilch zum Einsatz. Daraus lassen sich exotische Cremes, knusprige Kekse, luftige Kokos-Kaffee-Torten und weiches Konfekt zaubern. Durch Zugabe von Kokosflocken werden Kuchenteige schön locker und saftig und sie erhalten diesen unvergleichlichen Geschmack. Zudem halten die Flocken bei Zimmertemperatur und luftdicht verpackt bis zu zwei Jahre und eignen sich damit auch für spontane Backaktionen.

6. Königliche Macadamias

Als Königin unter den Nusssorten gefeiert, birgt die kugelförmige Nuss in der extrem harten Schale einen sehr milden Geschmack in sich. Außerdem zeichnet sie sich durch ihren knackigen Biss und ihren mit 70 % sehr hohen Fettanteil aus. Jedoch ist sie durch diesen auch nur maximal 2 Monate im Kühlschrank haltbar (mit Schale um einiges länger).

Dadurch lassen sich wunderbar sämige Füllungen für Torten und Gebäck und Macadamia-Creme als süßer Brotaufstrich herstellen. Aber auch Kuchen und Plätzchen werden mit dieser großen Nuss zu einem ganz besonderen Highlight auf dem Esstisch.

7. Herbe Walnüsse

Diese bekannte, einheimische Nuss mit dem recht weichen Biss ist eher bitter im Geschmack, durch die Gerbstoffe in der schwer zu entfernenden Schale. Die Walnuss erinnert optisch an ein Hirn und wird durch diese verschnörkelte Form auch gern als Dekoration für Plätzchen und Pralinen genutzt. Sie lässt sich problemlos in ihrer Schale zwei bis drei Monate im trockenen Keller oder Vorratsraum lagern.

Sie macht sich gut in herzhaften Brotteigen und aromatischen Kuchen. Und durch die enthaltenen 60 % Fett werden Walnusskuchen schön saftig und Saucen angenehm vollmundig. Neben dezent süßen Mandeln und kräftig nussigen Haselnüssen ist auch sie ein Allround-Talent, jedoch mit eher angenehm bitterem Geschmack.

8. Dreierlei Mandeln

Der fein süßliche Kern dieser Steinfrucht mit dem weichen Biss ist die Grundzutat von Marzipan und nicht nur deshalb ein absolutes Allround-Talent. Dabei können Sie zum Backen mit Nüssen süße Mandeln verwenden, Krachmandeln pur und in Nussmischungen roh verzehren oder Bittermandeln als Aroma nutzen. Letztere sind pur u.a. aufgrund des hohen Blausäureanteils nicht zum Verzehr geeignet. Dafür aber umso leckerer und unbedenklich als Amaretto.

Ihre Form wird als “mandelförmig” zum Beschreiben verwendet und ist an sich eine breite Tropfenform. Gehobelte Mandeln verzieren den berühmten Bienenstich (einen Hefeteig-Blechkuchen mit Mandel-Creme darin) und gestiftelt findet man sie als Dekoration auf Torten. Und auch Grießauflauf mit Kirschen und Mandeln ist eine willkommene Leckerei. Lediglich von August bis Oktober wird diese Nuss in Kalifornien und Spanien geerntet, hält sich jedoch ungeschält bis zu einem Jahr im Kühlschrank.

9. Große Paranüsse

Wie Macadamias auch sind Paranüsse sehr ölhaltig und schmecken daher angenehm buttrig, knacken aber auch schön kross. Durch ihre große tropfenförmige Form dieses Steinfrucht-Kerns, lässt sie sich zum Backen mit Nüssen am besten gehackt verwenden. Dabei ist ihr Geschmack fast herzhaft aromatisch, aber nicht aufdringlich.

Sie können aus Paranüssen Energyballs, Kekse, Schokokuchen und sogar Spekulatius zaubern. Aber auch auf Brownies, als Kipferl und in selbstgebackenem Knusper-Granola sind sie eine schöne Ergänzung. Verzehrt werden sollten sie binnen zweier Monate bzw. geschält schon innerhalb eines Monats.

Paranüsse liegen in einer weißen Schüssel

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10. Walnuss-ähnliche Pekannüsse

Etwas weicher im Biss ist die Pekannuss, die eng mit der Walnuss verwandt ist, jedoch flacher und dunkler aussieht. Auch ihr Geschmack ist nicht ganz so bitter, aber dennoch lecker nussig-herb. Dazu ist sie bis zu 6 Monate im geschälten Zustand im Kühlschrank haltbar.

Aus ihr lassen sich herzhafte Brotteige und aromatische Kuchen herstellen und halbiert verzieren sie Plätzchen, Pralinen und Torten. Auch Pekannuss-Eis und Pekan-Pie sind definitiv ein paar Stunden in der heimischen Küche wert.

11. Kleine Pinienkerne

Die kleinen, länglichen Samen aus Pinie, Zirbelkiefer und Nusskiefer sind weich im Biss und angenehm erdig-würzig im Geschmack. Vor allem geröstet kommt ihr ganzes Aroma voll zur Geltung. Zudem sind sie stark ölhaltig und daher wunderbar für Cremes geeignet. Jedoch sollten Sie sie binnen eines Monats aufbrauchen, da sie schnell ranzig werden.

Nicht nur als Grundzutat in grünem Basilikum-Pesto zu frisch aufgebackenem Brot, sondern auch in süßen Speisen sind Pinienkerne sehr schmackhaft. Garnieren Sie doch einmal einen Kuchen oder eine Cremetorte damit. Auch zu mit Schokolade gefüllten Teigtäschchen, Baguette oder in Helva (auch Irmik Helvası genannter Maisgries mit Pinienkernen) sind sie sehr lecker.

Ein Kuchen, der mit karamellisierten Pinienkernen verziert wurde

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12. Grüne Pistazien

Die weichen Pistazien fallen durch ihre grüne Farbe auf und machen sich daher hervorragend als Dekoration aller möglichen Süßspeisen. Dazu zählen z.B. Schokolade, Eis, Kuchen, Torten, Plätzchen und Pralinen. Aber auch als Füllung, in Dessert-Saucen und Cremes greift man gern auf den kleinen, ovalen Samen dieser Steinfrucht zurück.

Besonders beliebt sind Pistazien in Macarons (runde Baisers mit Füllung), in Baklava (Blätterteiggebäck) oder Basbousa (Grießkuchen). Dabei sollten Sie darauf achten nur ungesalzene Pistazien zum Backen mit Nüssen zu verwenden und sie innerhalb von 3 Monaten aufzubrauchen.

Quellen
www.essen-und-trinken.de/…/83608-rtkl-backen-mit-nuessen-und-kernen
www.kern-energie.com/…/sind-cashew-nuesse-gesund
www.zentrum-der-gesundheit.de/nuesse.html
www.lebensmittellexikon.de/…/nuesse/
www.eatsmarter.de/…/cashewkerne
www.beatyesterday.org/…/hanfsamen-gesund-lecker-und-vielseitig-in-der-kueche/
www.jalalldor.de/…/nicht-alle-nuesse-sind-nuesse/