Für viele ist die eigene Hochzeit eine ordentliche Investition – gerade, wenn man sich darauf freut, den Freundeskreis endlich einmal wieder zusammenzubekommen. Entsprechend der steigenden Anzahl an Gäste nehmen natürlich auch die Kosten zu. Gerade die Speisen für die Feier können stark zu Buche schlagen. Das ist sicher einer der Gründe, warum einige Brautpaare überlegen, ob sich das Hochzeitstorte Selber Backen lohnt. Wir klären diese Frage und geben Ihnen außerdem viele hilfreiche Tipps zur Planung mit auf den Weg!

Die Bedeutung der Hochzeitstorte

Vielleicht überlegen Sie ja nicht nur, ob Sie die Hochzeitstorte selber backen sollten, sondern ob Sie vielleicht ganz und gar auf die Tradition verzichten. Damit Sie sich dazu ein Bild machen können, wollen wir uns hier einmal der Bedeutung des Ehrenkuchens widmen und die wichtigsten Mythen rings um die Torte vorstellen:

  • Gemeinsames Anschneiden: Diese Tradition soll zeigen, dass die Ehepartner in Zukunft alle Herausforderungen gemeinsam meistern wollen. Doch es steckt noch mehr dahinter – die Oberhand in der Partnerschaft hat (zumindest angeblich) der, wer beim Schneiden die Hand oben liegen hat.
  • Fürsorge zeigen: Das gegenseitige Reichen des ersten Bissens soll symbolisieren, dass die beteiligten Parteien in Zukunft immer füreinander sorgen werden – in guten und in schlechten Zeiten sozusagen.
  • Glück auf mehreren Ebenen: Jede Ebene steht nach Tradition im christlichen Glauben für einen Bestandteil der Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und heiliger Geist bilden so eine dreistöckige Torte). Fünfstöckige Torten hingegen sollen den Lebenszyklus eines Menschen symbolisieren.
  • Ein Stück Liebe: Ein kleiner Teil der Torte soll eingefroren und zum ersten Jubiläum gegessen werden. Das soll gerade die Bürden des ersten Ehejahres versüßen und an den gemeinsamen Tag erinnern.

Übrigens: Es gibt auch einen Aberglauben, dass es Unglück bringt, wenn die Braut die Hochzeitstorte selber backt. Ob das auch auf den Bräutigam zutrifft oder vielleicht die besten Freunde steht dabei in den Sternen. Fakt ist aber, dass die Torte zu den meisten ehelichen Vereinigungen einfach dazugehört, was nicht heißen soll, dass Sie sich daraus nicht Ihre eigene Tradition bilden können!

Die Hochzeitstorte selber backen: Rezept für ein Desaster?

Eine Hochzeitstorte stellt oft selbst für geübte Konditoren eine Herausforderung dar. Schließlich gilt es hier einiges zu beachten und immer den Wünschen des zukünftigen Ehepaars gerecht zu werden. Doch das soll nicht heißen, dass das Selberbacken völlig unmöglich ist. Im Gegenteil: Entscheidend ist vor allem eine ausgeklügelte Planung, dann steht dem süßen Glück gar nichts im Wege.

Aufgeschnittene Hochzeitstorte mit Fondantdecke

Foto: © Hans , Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Dennoch gibt es einige Punkt, die beim Hochzeitstorte Selber Backen durchaus von Vorteil sind. So sollten Sie am besten schon Backerfahrungen mitbringen – auch mit großen Torten, wenn Sie sich eine solche wünschen. Auch die entsprechende Ausstattung sollten Sie zur Hand haben und viel Zeit mitbringen können. Übernehmen Sie auch die restliche Planung der Hochzeit, kann die Angelegenheit schnell stressig werden. Am besten ist es zudem, wenn Sie die Unterstützung von Freunden und Bekannten in Anspruch nehmen können, um sich selbst ein wenig zu entlasten.

So gelingt der eigene Hochzeitskuchen

Damit das Hochzeitstorte Selber Backen auch glückt, müssen Sie sich zunächst einige Fragen stellen, einen Zeitplan konzipieren und die logistischen Punkte klären. Was das genau bedeutet und was Sie sonst noch beachten sollten, betrachten wir in den folgenden Absätzen.

Erste Fragen klären: Größe, Form und Gestaltung

Um zu kalkulieren, wie lange Sie für das Projekt Hochzeitstorte Selber Backen brauchen und ob es überhaupt machbar ist als Hobbybäcker, müssen Sie wissen wie groß und aufwendig die Torte sein soll. Dabei hängt der erste Faktor natürlich ganz stark von der Anzahl der Gäste ab, die Sie eingeladen haben. Schließlich möchte im Idealfall jeder etwas von der Torte abhaben. Man geht beim Kuchen in der Regel davon aus, dass eine Portion etwa einem Volumen von 125 cm3 entspricht.

Was das nun für Ihre Torte bedeutet, ist abhängig vom Durchmesser und der Höhe Ihrer Torte. Sie können bei einer regulären, runden Springform einfach mit der Volumenformel eines Zylinders rechnen, also: r2 x π x h (Radius im Quadrat x Pi x Höhe). Bei sechs Gästen wird also oft mit 10 cm Durchmesser, bei acht Gästen mit 15 cm und bei 15 Gästen mit 25 cm kalkuliert.

Natürlich kann die Größe auch variieren. Servieren Sie beispielsweise zuvor schon ein ausgiebiges Menü oder wählen Sie ein besonders reichhaltiges Rezept für Ihre Hochzeitstorte, sollten Sie mit kleineren Portionen arbeiten. Helfen kann dabei ein spezieller Rechner bzw. Apps für das Handy. Haben Sie die richtige Größe gefunden, gilt es herauszufinden, ob diese auf Etagen aufgesplittet werden soll und wie sie generell in Form und Dekoration gestaltet wird. Alles das ist entscheidend dafür, ob Sie sie selbst machen können und wie lang dieser Prozess dauern wird.

Eine Frage des Geschmacks

Ein Grund, warum viele zukünftige Eheleute eine Torte mit mehreren Etagen wählen, ist, dass Sie hier mehrere Geschmacksrichtungen kombinieren können. Denn jede Ebene kann mit einer anderen Füllung und einem individuellen Teig glänzen. Gerade wenn Sie also planen, mit relativ vielen Gästen zu feiern, ist das eine gute Idee, um es möglichst vielen recht zu machen – über Geschmack lässt sich schließlich (nicht) streiten.

Während im Idealfall natürlich der Lieblingskuchen des Ehepaares zumindest mit eingebaut wird, sollten Sie sich bei der Auswahl der Füllungen und Co. auch nach Ihren Gästen richten. Treten hier Allergien auf? Ist jemand Schwanger und/oder sind kleine Kinder anwesend? Sind Diabetiker darunter? All das sind Faktoren, die die Auswahl deutlich einschränken können. Haben Sie diese grundlegenden Fragen geklärt, sollten Sie sich mit den folgenden Bestandteilen genauer auseinandersetzen:

  • Böden: i.d.R. Biskuit
  • Tränke: z.B. Likör, Obstsaft oder Sirup
  • Füllung: z.B. Fruchtpüree, Ganache oder Buttercreme
  • Überzug: Fondant, Sahne oder Buttercreme
  • Essbare Dekoration: z.B. saisonales Obst, Nüsse, Schokolade
  • Nicht-essbare Dekoration: z.B. Figuren, Schilder, Blumen

Natürlich gibt es unter diesen Punkten unzählige Kombinationen. Brauchen Sie etwas präzisere Inspiration? Wie wäre es mit dem Klassiker Schwarzwälder Kirsch, einer Mandarinen-Schmand- oder einer Käsesahnetorte? Oder doch lieber eine feine Buttercreme-Variante mit frischem, saisonalem Obste verziert und gefüllt? Erlaubt ist beim Hochzeitstorte Selber Machen, was Ihnen schmeckt!

Das A und O beim Hochzeitstorte Selber Backen: Der Zeitplan

Haben Sie sich für ein Rezept entschieden und die entsprechende Größe berechnet, ist es nun an der Zeit einen Zeitplan zu erstellen. Denn das Zeitmanagement ist wirklich das A und O, damit das Projekt nicht zum reinen Stress wird. Wir wollen Ihnen hier einen groben Plan vorstellen – dieser kann natürlich entsprechend der Größe der Torte und der Aufwendigkeit des Rezepts angepasst werden:

Tage bis zur Feier Was ist zu tun?
3 Böden backen und auskühlen lassen,

Füllung herstellen und kalt stellen

2 Torte füllen und fest werden lassen,

Dekorationen herstellen bzw. bereitlegen

1 Torte überziehen und dekorieren
0 Ggf. Dekoration noch einmal korrigieren, Torte richten und dann schmecken lassen!

Am besten ist es zudem, wenn Sie einmal davor einen Probelauf starten. Legen Sie sich einen Zeitplan zurecht und servieren Sie einfach einmal zu einem Geburtstag oder einem ähnlichen Anlass eine Torte. Probieren Sie verschiedene Dekorationen aus und üben Sie so das Gestalten. Zudem werden Sie hier feststellen, für welchen Schritt Sie mehr und für welchen Sie weniger Zeit einplanen müssen. Auch fällt Ihnen möglicherweise auf, welches Utensil in Ihrer heimischen Backstube noch fehlt.

Zwei Etagen einer Fondant-Hochzeitstorte

Foto: © noiram , Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Lassen Sie sich Inspirieren: Ideen für die Hochzeitstorte

Abschließend wollen wir Ihnen noch ein paar Ideen für die Gestaltung Ihrer selbstgebackenen Hochzeitstorte mit auf den Weg geben. Denn inzwischen gibt es neben den klassischen Ausgaben tausende Variationen – da ist sicher auch das Passende für Sie dabei! Lassen Sie sich inspirieren:

  • Trendige Naked Cakes: Sie mögen nicht zu viel Sahne, Creme oder Fondant? Dann sind die rustikal wirkenden Naked Cakes genau die richtige Variante!
  • Imposante Blumendekoration: Gestalten Sie Ihre Hochzeitstorte rundherum mit saisonalen Blumen oder gar Sukkulenten
  • Wahre Kunstwerke: Mit Fondant, Creme und viel Geduld wird Ihre Hochzeitstorte zu einem imposanten Meisterwerk.
  • Spiegelnd glatt: Der Mirror Cake ist auch zur Hochzeit ein absoluter Hingucker.
  • Individuell: Es muss nicht immer die klassische Torte sein – servieren Sie Ihren Hochzeitskuchen doch zum Beispiel in der Form von Muffins, Cake Pops oder Donuts.
  • Motivtorten: Machen sich zur Hochzeit auch ideal – vor allem, wenn sie unter einem bestimmten Motto steht.

Sie haben schon ein Bild vor Augen und können es kaum noch erwarten, mit dem Hochzeitstorte Selber Machen zu beginnen? Dann lassen Sie sich nicht abhalten und starten schon einmal Ihrem ersten Probelauf. Denn schließlich macht gerade auch das Kosten, Probieren und Naschen viel Spaß und bereitet Vorfreude auf den Tag der Trauung!

Quellen
www.meinhochzeitsratgeber.de/Bedeutung-Hochzeitstorte.html
www.minhcakes.ch/tortengroesse-berechnen/
www.theperfectwedding.de/…/hochzeitstorte-geschmacksrichtungen
www.liebe-zur-hochzeit.de/ratgeber-fuer-die-perfekte-hochzeitstorte/
www.weddingstyle.de/hochzeitstorte-selber-backen-naked-cake/
www.hochzeitsportal24.de/blog/hochzeitstorte-selber-backen/
www.lacrema-patisserie.com/hochzeitstorte-selber-machen